Mindestens 25 Menschen kamen bei einer Explosion nahe einer Kirche in Kairo ums Leben
Mindestens 25 Menschen kamen bei einer Explosion nahe einer Kirche in Kairo ums Leben

Tote bei Explosion nahe Kirche in Kairo

Bei einer Explosion unweit der größten Kirche in Kairo sind am Sonntag dem Gesundheitsministerium zufolge mindestens 25 Menschen getötet worden. Weitere 49 Menschen seien verletzt worden.

Der Anschlag mit mindestens 25 Todesopfern ereignete sich unweit der Kirche Sankt Peter und Paul der koptischen Christen im Zentrum der Hauptstadt. Das Gotteshaus ist gleichzeitig Sitz des koptischen Papstes. Sicherheitskreise berichteten der Deutschen Presse-Agentur, dass ein Sprengsatz wahrscheinlich in die Kirche geworfen worden sei. Ein dpa-Reporter vor Ort berichtete von einer aufgebrachten Gruppe von etwa 50 Menschen, die den Rücktritt von Innenminister Magdi Abdel Ghaffar forderten. Andere Passanten stellten sich an, um vor Ort Blut für die Verletzten zu spenden.

Der Anschlag auf eine koptische Kirche in Kairo war nach Angaben von Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi ein Selbstmordanschlag. Die Tat sei von einem 22-Jährigen mit einem Sprengstoffgürtel ausgeführt worden, sagte al-Sisi während der Beerdigung der Opfer am Montag in der ägyptischen Hauptstadt. Drei weitere Verdächtige seien verhaftet worden und würden derzeit verhört.

Koptisch-orthodoxer Papst verurteilt Anschlag

Der koptisch-orthodoxe Papst Tawadros II. hat den Anschlag in Kairo verurteilt. „Wer immer dies getan hat gehört nicht zu Ägypten, seiner Geschichte oder seiner Kultur“, sagte das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche bei einer Trauerfreier am Montag in Kairo. Der Angriff auf die Kirche sei ein Angriff „gegen die Nation“.

Schätzungen zufolge sind etwa zehn Prozent der Ägypter christliche Kopten. Das Zusammenleben mit der muslimischen Mehrheit im Land ist größtenteils friedlich, es gibt aber immer wieder Spannungen und Angriffe auf Christen. Das Oberhaupt der Koptischen Kirche gilt als lautstarker Befürworter der Politik des Präsidenten al-Sisi und hatte dessen Coup gegen dessen islamistischen Amtsvorgänger Mursi im Jahr 2013 begrüßt. (pro)

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Von: js/dpa

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