Ein Mitarbeiter von Franziskus hat sich über das Gesetz gestellt, um Bedürftigen zu helfen

Ein Mitarbeiter von Franziskus hat sich über das Gesetz gestellt, um Bedürftigen zu helfen

„Der Robin Hood des Papstes“: Almosenmeister bringt Armen Strom

Um hunderten bedürftigen Menschen die Stromversorgung zu ermöglichen, hat sich Papst Franziskus‘ Almosenmeister mit dem Gesetz angelegt. In einem besetzten Haus brach er eine Versiegelung auf. Italienische Medien feiern ihn als „Robin Hood des Papstes“.

Der Almosenmeister des Papstes hat das Gesetz gebrochen und in einem besetzten Haus in Rom persönlich Strom und Wasser wieder hergestellt. In dem Haus im Zentrum der Stadt würden fast 500 Menschen und rund 100 Kinder seit einer Woche ohne Elektrizität und ohne warmes Wasser leben, sagte der polnische Kardinal Konrad Krajewski der Zeitung Corriere della Sera. Der Kardinal war am Wochenende in den Keller des Hauses gestiegen und hatte die Versiegelung aufgebrochen. „Ich übernehme dafür die Verantwortung. Falls eine Strafe kommen sollte, bezahle ich sie.“ Der Strom war abgestellt, weil die Rechnungen nicht bezahlt waren.

Kardinal Konrad Krajewski (in pinker Kasel) während der Amtseinführung von Papst Franziskus (Archivbild)

Kardinal Konrad Krajewski (in pinker Kasel) während der Amtseinführung von Papst Franziskus (Archivbild)

Italienische Medien feierten den 55-Jährigen als „Robin Hood des Papstes“, der sich gegen Tendenzen durchsetze, Arme immer mehr zu verdrängen. In Rom gibt es viele besetzte Häuser, in denen Bedürftige eine geringe Miete zahlen. Sie werden oft von linksorientierten Gemeinschaften organisiert. Vor allem dem rechten Innenminister Matteo Salvini sind diese ein Dorn im Auge, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Salvini forderte den Kardinal sogleich auf, die 300.000 Euro der unbeglichenen Rechnungen zu bezahlen.

Sinti und Roma bedroht

Die Aktion des vatikanischen Almosenmeisters hat in Italien eine stark politische Dimension. Genauso wie das Treffen von Papst Franziskus voriger Woche mit Sinti und Roma im Vatikan. In der Peripherie von Rom waren diese zuletzt von Neofaschisten bedroht und vertrieben worden. Die rechtsextreme Partei Forza Nuova protestierte danach gegen den Papst.

Von: dpa

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