Das Aktionsbündnis „United4Rescue“, an dem neben anderen Organisationen auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) beteiligt ist, setzt sich mit einem Schiff auf dem Mittelmeer für die Seenotrettung von Flüchtlingen ein. An dem Engagement wurde auch Kritik geäußert.

Das Aktionsbündnis „United4Rescue“, an dem neben anderen Organisationen auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) beteiligt ist, setzt sich mit einem Schiff auf dem Mittelmeer für die Seenotrettung von Flüchtlingen ein. An dem Engagement wurde auch Kritik geäußert.

Nach Kritik an Seenotrettung verlässt Pfarrer seine Gemeinde

Weil sich ein Pfarrer kritisch über Rettungsschiffe für Flüchtlinge geäußert hatte, verlässt er nun seine Gemeinde. Der Nürnberger Regionalbischof Stefan Ark Nitsche ordnete ihn mit dessen Einverständnis für andere Aufgaben ab.

Nach heftigem Protest gegen einen Leserbrief zur Seenotrettung verlässt der evangelische Pfarrer von Nürnberg-Ziegelstein, Matthias Dreher, die Gemeinde. Das Büro der Nürnberger Regionalbischöfe gab diese Entscheidung am Dienstag nach einer Online-Sitzung des Kirchenvorstands bekannt.

Dreher hatte im Oktober unter der Überschrift „Ein Christ kann ertrinken lassen“ im Korrespondenzblatt des bayerischen Pfarrer- und Pfarrerinnenvereins Rettungsschiffe für Flüchtlinge kritisiert. Der Kirchenvorstand hatte sich daraufhin einer Erklärung der Nürnberger evangelischen Dekane angeschlossen, die sich von Drehers Aussagen distanzierten. „Unter gar keinen Umständen darf man Menschen ertrinken lassen. Aus christlicher Sicht ist diese Forderung bedingungslos“, hatten die Dekane geschrieben.

Der Nürnberger Regionalbischof Stefan Ark Nitsche sei bei der Diskussion im Kirchenvorstand dabei gewesen, sagte der Referent der Nürnberger Regionalbischöfe, Jonas Schiller, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er habe dann entschieden, Dreher mit dessen Einverständnis ab dem 15. November zu einem anderen Dienst, zunächst mit allgemein-kirchlichen Aufgaben, abzuordnen. Damit könne die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Pfarrer weitergehen, „ohne den Frieden in der Gemeinde oder ihre Einheit weiter zu gefährden“, hieß es.

Die evangelische Kirche hat vielfach Position bezogen gegen die europäische Flüchtlingspolitik und das Fehlen staatlicher Seenotrettung im Mittelmeer. Konkret unterstützt sie das Bündnis „United4Rescue“, das im Sommer die Mission des zivilen Rettungsschiffs „Sea-Watch 4“ ermöglicht hatte.

Von: epd

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