Bei der Missio-Kampagne 2020 steht dieses Jahr die schwierige Lage der Kirchen in Westafrika im Mittelpunkt. Im Bild: Eine abgebrannte Kirche in Nigeria (Archiv).

Bei der Missio-Kampagne 2020 steht dieses Jahr die schwierige Lage der Kirchen in Westafrika im Mittelpunkt. Im Bild: Eine abgebrannte Kirche in Nigeria (Archiv).

Bischof Kohlgraf: „Die Kirche muss politisch sprechen“

Die diesjährige Kampagne des katholischen Missionswerk Missio ist in Mainz mit einem Gottesdienst eröffnet worden. Bischof Peter Kohlgraf betonte dabei den Zusammenhang von Corona-Pandemie, Armut, Flucht und ökologischer Krise.

Die Kirche muss nach Auffassung des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf politisch sprechen. „Die Kirche darf sich nicht

heraushalten, denn die biblische Botschaft ist zutiefst politisch“, sagte Kohlgraf laut Predigttext am Sonntag zur Eröffnung der Missio-Kampagne zum Monat der Weltmission. „Die Pandemie derzeit ist nur weltweit in den Griff zu bekommen, ohne nationale Egoismen, ebenso wie die Flüchtlingsfrage, die Bekämpfung des Hungers und die Suche nach Frieden und selbstverständlich die ökologische Krise unserer Erde“, sagte er demnach im Mainzer Dom.

„Diese Fragen hängen zusammen. Nicht nur nationale Egoismen verhindern wirksame Lösungen, sondern auch die Isolierung dieser Fragen, als hätten sie nichts miteinander zu tun“, betonte Kohlgraf. Auf diese Wirklichkeit weise Papst Franziskus in seiner neuen

Enzyklika Fratelli tutti (Wir sind alle Geschwister) hin, die auch am Sonntag veröffentlicht werden sollte. „Wir haben in vielen Fragen nicht verstanden, dass wir sie nur in weltweiter oder erst einmal wenigstens europäischer Solidarität lösen können“, sagte Kohlgraf.

„Wir brauchen für den Frieden klare vertragliche Absprachen“

„Wir sollten hierzulande sehr zurückhaltend damit sein, Menschen auf der Flucht als bloße Wirtschaftsflüchtlinge zu qualifizieren“, mahnte der Bischof. „Sie fliehen auch wegen der Folgen unseres Konsumverhaltens und der ökologischen Folgen unseres Alltags.“

„Wir brauchen für den Frieden klare vertragliche Absprachen, äußere Strukturen und die Bereitschaft, auf gewaltsame Lösungen zur Konfliktbewältigung zu verzichten“, sagte Kohlgraf.

„Die biblische Botschaft ist auch deshalb politisch, weil sie anfällig ist für Fundamentalismen und auch die Instrumentalisierung

von religiösen Fragen für eigene politische Ansichten immer wieder eine Versuchung bildet“, sagte der Bischof. „Es bedarf also immer auch einer kritischen Prüfung religiös motivierter politischer Positionen.“

Die Aktion Weltmissionstag ist nach Angaben des katholischen Missionswerk Missio Aachen die größte globale katholische Solidaritätsaktion. Die Kollekte in den Gottesdiensten in Deutschland geht am 25. Oktober – dem Weltmissionstag – an die ärmsten Länder der Welt. Dabei steht die schwierige Lage der Kirche in Westafrika im Mittelpunkt. Unter dem Leitwort aus der Bergpredigt Jesu „Selig, die Frieden stiften – Solidarisch für Frieden und Zusammenhalt“ wird den ganzen Monat über die Arbeit der Kirche in den ärmsten Regionen der Welt informiert. Abschluss ist am 25. Oktober mit einem Gottesdienst in Passau.

Von: dpa

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus