Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (Archivbild) mahnt zur Umsicht bei der Feier von Gottesdiensten während der Corona-Pandemie

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (Archivbild) mahnt zur Umsicht bei der Feier von Gottesdiensten während der Corona-Pandemie

Bedford-Strohm: „Gottesdienst wird nicht der gleiche sein“

Vom 4. Mai an sollen öffentliche Gottesdienste in Bayern wieder erlaubt sein. Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat deshalb zur Zurückhaltung beim Gebrauch des Abendmahls aufgefordert.

Nach der Ankündigung von Gottesdiensten mit Besuchern in Bayern hat Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zu hohe Erwartungen gedämpft. „Man muss sich klar sein, dass der Gottesdienst nicht der gleiche sein wird wie vor der Krise“, sagte der Vorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in München. „Wir wollen zurückhaltend vom Abendmahl Gebrauch machen“, kündigte er an. „Für uns Evangelische ist die volle Gegenwart Christi auch im Wortgottesdienst möglich.“

Trotz der andauernden Corona-Krise sollen ab dem 4. Mai öffentliche Gottesdienste in Bayern wieder unter strengen Auflagen erlaubt werden. Es gelte nach wie vor Vorsicht und Umsicht: Aus Begegnungen des Glaubens sollten keine neuen Infektionen entstehen, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag am Rande einer Landtagssitzung in München. Zu den Auflagen gehören Hygiene-Konzepte, das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung und Mindestabstände von zwei Metern zwischen den Gottesdienstbesuchern. Die Lockerungen sollen für alle Glaubensgemeinschaften gelten.

Gottesdienst darf kein Ort der Ansteckung werden

Bei aller Freude darüber, bald wieder Gottesdienste feiern zu können, dürfe das Ansteckungsrisiko nicht aus dem Blick geraten, betonte Bedford-Strohm. „Wir freuen uns, wieder in unseren Kirchen selbst Gottesdienste feiern zu können. Die haben wir schmerzlich vermisst. Aber wir müssen aufpassen, dass der Gottesdienst nicht ein Ort ist, an dem das Virus weiter verbreitet wird.“

Sollte das Abendmahl, bei dem der Pfarrer die Hostie an die Gläubigen ausgibt, stattfinden, bedürfe es dafür „konkreter Regeln, die das Ansteckungsrisiko minimieren“, betonte Bedford-Strohm. Die genauen Sicherheitsvorkehrungen seien Bestandteil eines Konzepts, das noch vom bayerischen Kabinett abgestimmt und beschlossen werden müsse.

Bedford-Strohm selbst wird am 8. Mai zum Jahrestag des Kriegsendes seinen ersten Gottesdienst nach dem Verbot feiern – im Berliner Dom, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg Bätzing.

Corona-Kabinett will Montag über Lockerungen beraten

Wegen der Coronakrise sollen Gläubige bei Gottesdiensten und anderen religiösen Feiern einen Sicherheitsabstand von 1,5 bis 2 Metern einhalten. Das sehen gemeinsame Planungen von Bundesinnenministerium, Ländern und Religionsgemeinschaften vor. Auch eine Begrenzung der Teilnehmerzahl bei religiösen Veranstaltungen ist vorgesehen, wie ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Freitag auf Nachfrage sagte. Zuvor hatten sich Vertreter von Bund, Ländern und Religionsgemeinschaften abgestimmt. Seit Mitte März gilt im Prinzip ein Versammlungsverbot für Gotteshäuser.

Das Konzept soll am Montag im Corona-Kabinett besprochen werden. Mitte der Woche würden sich dann Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer nächsten Besprechung damit befassen. Die Pläne beruhen auf 15 Konzepten von Religionsgemeinschaften sowie Ergänzungen des Robert Koch-Instituts. Die genaue Umsetzung liegt wie bei den meisten Corona-Vereinbarungen bei den Ländern.

Bayern hat bereits angekündigt, ab dem 4. Mai öffentliche Gottesdienste unter strengen Auflagen wieder zu erlauben. In Sachsen werden seit dieser Woche schon wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert. Auch Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Brandenburg hatten dies für Anfang Mai angekündigt.

Von: dpa

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