Kirchen mahnen wegen Coronavirus-Risiken zu Vorsicht im Gottesdienst

Kirchen mahnen wegen Coronavirus-Risiken zu Vorsicht im Gottesdienst

Kirchen rufen zu erhöhter Vorsicht in Gottesdiensten auf

Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus wächst, für Veranstaltungen mit vielen Menschen gilt erhöhte Vorsicht. Vor den Sonntags-Gottesdiensten nehmen auch die Kirchen das Thema ernst.

Die Kirchen haben die Gläubigen vor den Gottesdiensten am Sonntag zu erhöhter Vorsicht und Achtsamkeit wegen des neuartigen Coronavirus aufgerufen. Angesichts der weiteren Ausbreitung des Erregers empfahl die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ihren Gemeindemitgliedern, etwa beim Abendmahl nicht aus ein und demselben Kelch zu trinken. „Es ist möglich, bei der Austeilung vorübergehend Einzelkelche zu verwenden“, erklärte eine Sprecherin am Samstag. „Da wir darauf vertrauen, dass wir auch im Brot die ganze Fülle des Heils empfangen, kann in Zeiten großer Ansteckungsgefahr auch nur das Brot zu sich genommen werden.“ Die katholische Kirche hatte zu ähnlichen Vorbeugemaßnahmen geraten.

Die EKD betonte, dass es „keinen Grund zu übertriebener Sorge oder gar zur Panik“ gebe. Man müsse die Bedenken vieler Menschen jedoch ernst nehmen. Beim Abendmahl ließen sich Kontakte etwa auch minimieren, indem die Oblate eingetaucht werde. „Allerdings ist sorgfältig darauf zu achten, dass die Fingerspitzen nicht mit dem Wein beziehungsweise Traubensaft in Berührung kommen.“

Bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hieß es, in den Gottesdiensten solle möglichst auf die sogenannte Kelchkommunion verzichtet werden. Die DBK hatte bereits am Donnerstag erklärt, dass das Trinken von Wein aus einem gemeinsamen Kelch wegen des erhöhten Ansteckungsrisikos besondere Vorsicht erfordere. Dies sei allen katholischen Bistümern so mitgeteilt worden – die Empfehlungen hätten nach wie vor Bestand, erklärte ein Sprecher am Samstag.

Besondere Hygienemaßnahmen bei Priestern

Auch bei der Nutzung des Weihwasserbeckens soll demnach Zurückhaltung geübt werden. Die Hostie sollen sich die Gläubigen auf die Hand und nicht in den Mund legen lassen. Priester und Kommunionshelfer müssen sich vor ihrem Dienst die Hände waschen, Menschen mit Krankheitssymptomen sollen nicht am Gottesdienst teilnehmen. In Baden-Württemberg riet die Diözese Rottenburg-Stuttgart wegen der Gefahr von Infektionen ebenfalls zur Handkommunion.

Zudem sollen Gottesdienstbesucher auf den Friedensgruß verzichten, schlug die DBK vor. Normalerweise gibt man in der Messe zum Zeichen des Friedens den Sitznachbarn die Hand. Natürlich wolle man niemandem etwas vorschreiben – aber es werde empfohlen, sich so zu verhalten.

Von: dpa

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