Für Reinhard Kardinal Marx ist nach seiner ersten Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz Schluss. Im März tritt er bei der Vollversammlung nicht mehr zur Wiederwahl an.

Für Reinhard Kardinal Marx ist nach seiner ersten Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz Schluss. Im März tritt er bei der Vollversammlung nicht mehr zur Wiederwahl an.

Marx tritt nicht mehr zur Wiederwahl an

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, steht nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung. Der Theologe kündigte am heutigen Dienstag sein Rückzug aus dem Spitzenamt der Katholischen Kirche an.

Die katholische Kirche in Deutschland sucht eine neue Führungspersönlichkeit: Der Münchner Kardinal Reinhard Marx gibt das Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ab. Im März wählt die DBK-Frühjahrsvollversammlung einen Nachfolger.

Laut der Nachrichtenagentur dpa teilte Marx seinen Entschluss in einem Brief an die deutschen Bischöfe mit. Die dpa zitiert: „Schon seit einiger Zeit steht das für mich fest.“ Marx weiter: „Meine Überlegung ist, dass ich am Ende einer möglichen zweiten Amtszeit 72 Jahre alt wäre, und dann auch das Ende meiner Aufgabe als Erzbischof von München und Freising nahe sein wird. Ich finde, es sollte die jüngere Generation an die Reihe kommen. Und vielleicht ist es auch gut, wenn es häufiger einen Wechsel in dieser Aufgabe gibt.“ Er habe das Amt gerne ausgeübt, aber alles habe seine Zeit.

Initiator des Synodalen Wegs

Marx galt bisher als die treibende Kraft hinter dem Synodalen Weg, dem auf zwei Jahre angelegten Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland. Darin geht es unter anderem um die Sexualmoral der Kirche, die Stellung der Frau und den Zölibat, die verpflichtende Ehelosigkeit der Priester. Marx hatte den Prozess als Reaktion auf den Missbrauchsskandal wesentlich mit initiiert.

Marx wurde am 21. September 1953 im wesfälischen Geseke geboren. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie in Paderborn, Paris, Münster und Bochum erhielt er am 2. Juni 1979 in Paderborn die Priesterweihe. Am 23. Ju1i 1996 hat Papst Johannes Paul II. Marx in Paderborn zum Weihbischof ernannt.

Seit Februar 2008 ist Kardinal Marx Erzbischof von München und Freising, nachdem er von 2002 bis 2008 Bischof von Trier war. In der Deutschen Bischofskonferenz war er lange Jahre Vorsitzender der Kommission für Gesellschaftliche und Soziale Fragen und stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Weltkirchliche Fragen. Von 1999 bis 2008 war er Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Im März 2014 hatte der Papst Marx zum Koordinator des neu geschaffenen Wirtschaftsrates im Vatikan berufen.

Die Deutsche Bischofskonferenz ist das Führungsgremium der katholischen Kirche in Deutschland. Allerdings kann sie den einzelnen Bischöfen nichts vorschreiben. Die Frühjahrs-Vollversammlung findet vom 2. bis 5. März 2020 in Mainz statt.

Von: Johannes Blöcher-Weil / dpa

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