Bis vor Kurzem war die „Poseidon“ ein Forschungsschiff, jetzt sollen mit ihr Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet werden

Bis vor Kurzem war die „Poseidon“ ein Forschungsschiff, jetzt sollen mit ihr Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet werden

„Poseidon“ wird Flüchtlingsschiff

Die Entscheidung ist gefallen: Das Aktionsbündnis „United4Rescue“, das die Evangelische Kirche in Deutschland mit ins Leben rief, hat das Höchstgebot auf das frühere Forschungsschiff „Poseidon“ abgegeben. Damit kann es als Rettungsschiff im Mittelmeer eingesetzt werden.

Das frühere Kieler Forschungsschiff „Poseidon“ kann zum Flüchtlingsschiff des überwiegend kirchlichen Bündnisses „United4Rescue - gemeinsam retten“ werden. „Ich freue mich, dass die ‚Poseidon‘, die über Jahrzehnte im Dienste der Wissenschaft auf den Weltmeeren unterwegs war, nun eine neue Verwendung in der Seenotrettung findet“, sagte Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Bündnis hatte bei einer am Freitag zu Ende gegangenen Ausschreibung der Verwertungsgesellschaft des Bundes (Vebeg) das Höchstgebot abgegeben. Die konkrete Kaufsumme war zunächst nicht bekannt. Nach Medienberichten soll die „Poseidon“ einen Schätzwert von etwa einer Million Euro haben. Der Auftraggeber der Ausschreibung – das schleswig-holsteinische Wissenschaftsministerium – hatte nach Angaben eines Sprechers ein Widerspruchsrecht. Das Schiff sei in einem „fairen und transparenten Verfahren“ versteigert worden.

Bündnis von 300 Partnern

Die 1976 in Dienst gestellte „Poseidon“ war bis 2019 im Einsatz des Kieler „Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung“ und Vorgängerinstitutionen. Das rund 60 Meter lange Schiff war unter anderem im Atlantik und im Mittelmeer in zahlreichen Forschungseinsätzen.

Dem Bündnis „United4Rescue“ gehören nach Angaben eines Sprechers inzwischen rund 300 Partner an, darunter die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Mehrzahl der Landeskirchen wie die Nordkirche, aber auch die Musikband Revolverheld und der DGB. Der Filmemacher Wim Wenders hat die Initiative mit seinem Namen und einer Spende unterstützt - wie Tausende Privatpersonen. Das Aktionsbündnis hatte sich am 3. Dezember 2019 in Hamburg konstituiert. Es will die „Poseidon“ in diesem Jahr als Seenotrettungsschiff ins Mittelmeer entsenden.

Von: dpa

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