Ex-Papst Benedikt (Archivbild) gilt als einer der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts

Ex-Papst Benedikt (Archivbild) gilt als einer der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts

Ex-Papst Benedikt: Zölibat nicht aufweichen

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat vor sieben Jahren den Heiligen Stuhl geräumt. Das hindert ihn nicht, in einem bislang unveröffentlichten Buch eine Lanze für den Zölibat zu brechen.

Ex-Papst Benedikt ist vor sieben Jahren zurückgetreten und lebt seitdem eigentlich zurückgezogen in einem Kloster im Vatikan. Nun hat sich der emeritierte Papst Benedikt aus dem Ruhestand erneut zu einem heiklen Thema in der Katholischen Kirche zu Wort gemeldet und sich gegen eine Aufweichung des Zölibats ausgesprochen.

In einem bislang unveröffentlichten Buch spricht er gemeinsam mit dem konservativen Kardinal Robert Sarah von einer „dunklen Zeit“, die das Priestertum durchschreite, wie es nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in einer Mitteilung des Verlags Ignatius Press heißt.

Benedikt: „Zölibat hat eine große Bedeutung“

„Ich glaube, dass der Zölibat eine große Bedeutung hat“, schreibt der 92 Jahre alte Benedikt nach Angaben der französischen Zeitung Le Figaro, die vorab einen Auszug veröffentlichte. Das Buch soll am Mittwoch zuerst in Frankreich erscheinen – am 20. Januar dann auf Englisch. Zölibat bedeutet die Ehelosigkeit von Priestern.

Ex-Papst Benedikt sorgt immer wieder mit Wortmeldungen für Aufsehen. So schrieb er zum Beispiel nach Franziskus’ Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan im vergangenen Jahr, dass die 68er-Revolution einer der Auslöser für Pädophilie war.

Bei der letzten Bischofssynode im Vatikan im Herbst ging es unter anderem um die Frage, ob Priester in Ausnahmefällen in der Amazonas-Region auch verheiratet sein können. Dafür hatte sich die Mehrzahl der Teilnehmer ausgesprochen, um den extremen Priestermangel in der lateinamerikanischen Region zu bekämpfen. Kritiker sahen das als Einfallstor, den Zölibat ganz abzuschaffen.

Franziskus: „Zölibat ist Geschenk für die Kirche“

Franziskus hat das immer wieder zurückgewiesen. Er will in Kürze ein postsynodales Schreiben zur Synode veröffentlichen. Umso bemerkenswerter, dass sich Benedikt nun noch vor dieser Veröffentlichung des Pontifex’ dazu äußert.

Nach Angaben des katholischen Online-Magazins kath.net hat der Vatikan anlässlich des neuen Buches von Benedikt an Aussagen von Papst Franziskus erinnert. Die Haltung des amtierenden Pontifex zum Zölibat sei bekannt, erklärte demnach der vatikanische Pressesprecher Matteo Bruni am Montag. Bruni zitierte Papst Franziskus aus einer Pressekonferenz von vor einem knappen Jahr: „Ich persönlich meine, dass der Zölibat ein Geschenk für die Kirche ist ... Ich bin nicht damit einverstanden, den optionalen Zölibat zu erlauben."

Von: dpa

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