Heinrich Bedford-Strohm: Kasualien wie Taufe, Trauung und Beerdigung sind ein „reicher Schatz“, der auch „jenseits der Grenzen der Kirche große Beachtung“ findet

Heinrich Bedford-Strohm: Kasualien wie Taufe, Trauung und Beerdigung sind ein „reicher Schatz“, der auch „jenseits der Grenzen der Kirche große Beachtung“ findet

Bedford-Strohm kritisiert Glaubensprüfungen bei Flüchtlingen

Dass Gerichten häufig den ernst gemeinten Glaubenswechsel von Flüchtlingen bezweifeln, mahnt der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm an. Diese Unterstellung impliziere einen „Generalverdacht“, die Taufe politisch nutzen zu wollen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat Glaubensprüfungen bei Flüchtlingen kritisiert, die in Deutschland zum Christentum konvertieren. Der ernst gemeinte Wechsel zum christlichen Glauben werde vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und von Gerichten häufig bezweifelt, sagte der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirch in Bayern bei der Landessynode am Montag in Bamberg. „Das können wir nicht akzeptieren.“ Denn diese Unterstellung impliziere einen „Generalverdacht, dass sie das Sakrament der Taufe politisch nutzen wollten“.

Dabei seien die Kasualien – also Gottesdienste zu wichtigen Lebensstationen wie Taufe, Trauung und Beerdigung – ein „reicher Schatz“, erklärte Bedford-Strohm. Gerade Trauerfeiern nach Terroranschlägen, Amokläufen oder dem Tod von öffentlichen Persönlichkeiten fänden auch „jenseits der Grenzen der Kirche große Beachtung“.

Diese „öffentlichen Formen kollektiver Lebensdeutung“ ließen sich nicht vom Engagement in der Zivilgesellschaft trennen. Als Beispiele nannte Bedford-Strohm das Eintreten für Menschenwürde und gegen rechtsradikale Gewalt, die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der Kirche und das Engagement für konvertierte Flüchtlinge.

Von: dpa/Martina Blatt

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