Der Erhalt einer Kirche wie des Kölner Doms kostet viel Geld. Doch wofür die Katholische Kirche ihre Finanzen sonst noch investiert, sei sehr intransparent, kritisiert das Recherchenetzwerk Correctiv.

Der Erhalt einer Kirche wie des Kölner Doms kostet viel Geld. Doch wofür die Katholische Kirche ihre Finanzen sonst noch investiert, sei sehr intransparent, kritisiert das Recherchenetzwerk Correctiv.

Journalisten wollen Auskunft über Kirchenfinanzen

Journalisten des Recherchenetzwerks Correctiv wollen wissen, wohin bei der Katholischen Kirche das Geld aus der Kirchensteuer fließt. Dafür haben sie vor dem Verwaltungsgericht Köln auf Auskunft seitens der Kirche geklagt. Mit dem Urteil will sich Correctiv nicht zufriedengeben.

Die Katholische Kirche muss der Presse keine Auskunft darüber geben, wie sie das Geld aus den Kirchensteuern verwendet. Das hatte das Verwaltunsggericht Köln vorige Woche entschieden. Das will das Recherchenetzwerk Correctiv nicht hinnehmen und geht gegen dieses Urteil in Berufung.

„Wir werden weiter für mehr Transparenz für alle Christinnen und Christen kämpfen“, sagte die Journalistin Annika Joeres, die die Klage eingereicht hatte, der Deutschen Presse-Agentur. „Wie die Katholische Kirche ihr Geld anlegt, ist entscheidend für die Zukunft der Schöpfung, beispielsweise für unser Klima. Und wir können nicht nachvollziehen, warum sich die Kirche über Jahre und mit viel Einsatz gegen eine Offenlegung ihrer Investitionen wehrt.“ Die Berufung wird am Oberverwaltungsgericht Münster verhandelt.

Joeres beruft sich in ihrer Klage auf die staatliche Auskunftspflicht gegenüber Journalisten. Diese gelte auch für die Kirche, da deren Kirchensteuer vom Staat eingezogen werde. Das Verwaltungsgericht hatte in der vergangenen Woche jedoch entschieden, der presserechtliche Auskunftsanspruch scheitere in diesem Fall daran, dass es sich bei der Kirche nicht um eine Behörde handele. Zwar sei das Erheben der Kirchensteuer eine hoheitliche Aufgabe, doch die

Verwendung der Mittel gehöre dann in den kirchlichen Bereich, entschied das Gericht. Die Anlage des Geldes sei jedoch eine „innerkirchliche Angelegenheit“. Daher fielen die Entscheidungen darüber unter die religiöse Selbstbestimmung.

Das Erzbistum Köln, gegen das sich die Klage konkret richtet, betont, es lege bereits transparent offen, was mit den Kirchensteuermitteln geschehe. Wie Correctiv auf seiner Webseite schreibt, veröffentlichen die Bistümer seit einigen Jahren ihre Geschäftsberichte, „aber darin sind verschiedene Gewinne, etwa von Immobilien, nicht ausgewiesen. Auch findet sich in den Berichten nur die insgesamt investierte Summe – nicht aber die Namen der Firmen, in die die Kirche Geld angelegt hat.“ Das Recherchenetzwerk wollte etwa von der Kirche wissen, ob sie ihr Geld umweltfreundlich anlegt „oder Klimasünder unterstützt“.

Von: dpa/Jonathan Steinert

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