„Maria 2.0“ setzt sich für mehr Frauenrechte in der Katholischen Kirche ein

„Maria 2.0“ setzt sich für mehr Frauenrechte in der Katholischen Kirche ein

Frauen bestreiken die Kirche

Katholische Frauen protestieren gegen sexuellen Missbrauch und Machtstrukturen in ihrer Kirche. Eine Woche lang wollen sie keinen Dienst in den Gemeinden tun.

Die in Münster entstandene Bewegung „Maria 2.0“ für mehr Frauenrechte in der Katholischen Kirche startet am Samstag bundesweit einen einwöchigen Kirchenstreik. Vom 11. bis 18. Mai wollen die Frauen kein Ehrenamt und keinen Dienst in den Pfarreien übernehmen. Damit wollen die gläubigen Frauen, die vielfach ehrenamtlich tätig sind, gegen Machtstrukturen in der Kirche und die von ihnen kritisierte Vertuschung von sexuellem Missbrauch durch Amtsträger protestieren.

Für die Frauen von „Maria 2.0“ ist eigenen Angaben zufolge „ein stillschweigender Austritt keine Option". Die Frauen wollen für „heranwachsenden Kinder und Enkelkinder" kämpfen und „bestehende männerbündische Machtstrukturen" in ihrer Kirche abschaffen. In einer Online-Petition an Papst Franziskus fordern sie zudem Zugang zu allen Ämtern der Kirche und die Aufhebung der Pflicht zur Ehelosigkeit für katholische Priester, dem Zölibat.

Forderung: Frauen in Leitungsämter

Mit diesen Themen beschäftigt sich am kommenden Freitag und Samstag auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in Mainz. „Das Anliegen der Priesterweihe von Frauen und von Frauen in Leitungsämtern teilen wir“, sagte ein Sprecher des ZdK zu der angekündigten Aktion. Das ZdK ist der Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte, katholischer Verbände und Laienorganisationen.

Während des Streiks wollen die Frauen nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur keine Kirchen betreten, ehrenamtlichen Ämter nicht ausüben und Gottesdienste ohne Priester im Freien feiern. Entstanden ist die bundesweite Bewegung in der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster.

Die großen katholischen Frauenverbände KDFB (Katholischer Deutscher Frauenbund) und kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) bezeichneten den Kirchenstreik im Vorfeld als wichtiges Signal und appellierten an die Deutsche Bischofskonferenz, das nicht länger zu ignorieren.

Von: dpa

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