Der Papst hat dem Missbrauch von Kindern in der Katholischen Kirche den Kampf angesagt. Für Ende Februar hat Franziskus die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen aus aller Welt in den Vatikan einbestellt.

Der Papst hat dem Missbrauch von Kindern in der Katholischen Kirche den Kampf angesagt. Für Ende Februar hat Franziskus die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen aus aller Welt in den Vatikan einbestellt.

Papst räumt sexuellen Missbrauch von Nonnen in Kirche ein

Der Papst hat den sexuellen Missbrauch von Frauen durch katholische Geistliche öffentlich bekannt und angeprangert. Einem Generalverdacht erteilte Franziskus eine Absage.

Papst Franziskus hat sexuellen Missbrauch von Nonnen in der Katholischen Kirche eingeräumt. „Es stimmt, es ist ein Problem“, sagte der Papst am Dienstag auf dem Rückflug von Abu Dhabi nach Rom. „Ich weiß, dass Priester und auch Bischöfe das getan haben. Und ich glaube, es wird immer noch getan“, antwortete er auf eine Frage, was der Vatikan gegen den sexuellen Missbrauch von Ordensschwestern tun wolle. Es betreffe einige Kulturen oder religiöse Gemeinschaften mehr als andere. „Es ist keine Sache, die alle machen.“

Frauen wurden „wie Sklaven" gehalten

Der Vatikan arbeite seit langem an dem Problem, erklärte der Papst. Einige Frauenglaubensgemeinschaften seien aufgelöst worden, einige Kleriker seien „suspendiert“ und „weggeschickt“ worden. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur hat der Papst angekündigt, noch mehr gegen das Problem tun zu wollen.

Franziskus sprach einen Fall einer Gemeinschaft aus der Vergangenheit an, bei dem Frauen „wie Sklaven“ behandelt worden seien. Es sei bis zur „sexuellen Sklaverei“ durch Kleriker und den Gründer der Gemeinschaft gegangen, so Franziskus. Der damalige Papst Benedikt, der bis 2013 Pontifex war, habe diese Gemeinschaft nach starken Widerständen sofort nach seinem Amtsantritt im Jahr 2005 aufgelöst. Dies zeige, dass Benedikt keinesfalls schwach gewesen war, sondern „sehr mutig". Auf welche Gemeinschaft er sich bezog, sagte der Papst bei der Pressekonferenz im Flugzeug nicht.

Missbrauch auch kulturell bedingt

Die Misshandlung von Frauen ist nach Ansicht des Papstes aber auch ein generelles Problem. „Die Frau ist zweiter Klasse“, sagte Franziskus. „Es ist ein kulturelles Problem. (...) Es gibt Länder, wo die Misshandlung von Frauen bis zum Frauenmord geht.“

Die Katholische Kirche steht derzeit stark wegen Missbrauchsskandalen in mehreren Ländern unter Druck, dabei geht es um die Misshandlung von Kindern. Ende Februar hat der Papst ein Gipfeltreffen in Vatikan zu dem Thema einberufen. Daran sollen die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen aus aller Welt teilnehmen. Das Treffen beschäftigt sich allerdings nicht mit dem Missbrauch von Frauen in der Kirche.

Von: dpa

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige