Der Bürgerkrieg in Syrien dauert bereits sieben Jahre an

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert bereits sieben Jahre an

Kirchen-Spitzen: Militärschläge sind keine Lösung

Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx haben sich gegen Militärschläge in Syrien ausgesprochen. Die beiden Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz sehen eine Lösung allein in politischen Verhandlungen.

Militärschläge können nach Ansicht der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland im Syrien-Konflikt keine Lösung bringen. „Militärische Lösungen wird es nicht geben. Und auch Militärschläge führen nicht zum Ziel“, sagte der Münchner Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, am Samstag in Trier. „Der Weg der Gewalt wird keine Lösung bringen“, betonte auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm.

Die Spitzenvertreter der beiden großen christlichen Kirchen forderten am Rande eines ökumenischen Treffens eine politische Lösung des Konflikts. Die könne es nur geben, „wenn die großen Mächte sich jetzt wirklich mit gutem Willen an den Tisch setzen“, sagte Kardinal Marx. Die Großmächte hätten leider „keinen Weg gefunden, dieses Schlachten, so muss man eigentlich sagen, zu beenden“. Er fügte hinzu: „Giftgas einzusetzen, das ist so entsetzlich und so furchtbar, dass wir eigentlich nur sprachlos sind über eine solche Gewalt. Und dass dann Reaktionen kommen, das kann man verstehen – nur die Lösung für dieses Land und für die Menschen besteht nicht in militärischen Aktionen.“

Militärschläge lassen Eskalationsschraube weiterdrehen

„Der Giftgasangriff auf unschuldige Menschen empört uns und viele Menschen haben das Gefühl, dass man das nicht so einfach auf sich beruhen lassen kann“, sagte Bedford-Strohm. „Jetzt geht es darum, dass die Großmächte wieder zueinander finden, dass der Weg der Eskalation der Gewalt endlich aufhört und dass wirklich wirksame Wege zum Frieden gefunden werden.“

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann, Vorsitzender der Deutschen Kommission „Justitia et Pax“, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Meine Angst ist, dass durch diese Militärschläge die Eskalationsschraube sich weiter dreht.“ Er kritisierte US-Präsident Donald Trump: „Über Twitter werden irgendwelche Dinge angekündigt, also wirklich stärkste militärische Mittel: das finde ich verheerend für die internationale Politik.“

Trump: Vergeltung gegen den Einsatz chemischer Waffen

Die USA, Frankreich und Großbritannien hatten sich in der Nacht zu Samstag mit Militärschlägen auf drei Ziele gegen Syrien gerichtet. Es habe sich um eine begrenzte Aktion gehandelt und es sei kein zusätzlicher Schlag geplant, erklärte US-Verteidigungsminister James Mattis in der Nacht zu Samstag im Pentagon. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitagabend in Washington gesagt, die Militärschläge seien eine Vergeltung gegen den Einsatz chemischer Waffen durch die syrische Regierung unter Baschar al-Assad gegen das eigene Volk.

Von: dpa/Martina Blatt

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus

Anzeige