Die Klosterbesetzerin stimmte einem Vergleich zu

Die Klosterbesetzerin stimmte einem Vergleich zu

Nonnen-Anwärterin muss wohl bald aus besetztem Kloster raus

Claudia Schwarz will Nonne werden – ausgerechnet in dem in Auflösung begriffenen Birgitten-Kloster Altomünster. Damit beschäftigte sie unterschiedlichste Gerichte – und auch den Vatikan. Jetzt muss sie wohl endgültig ausziehen.

Mit der von Rom beschlossenen Auflösung des oberbayerischen Klosters Altomünster bei Dachau steht der Auszug der letzten Bewohnerin Claudia Schwarz bevor. „Wenn nicht noch eine positive Wendung eintritt, müsste ich nach gegenwärtigem Stand am 25. April ausziehen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Dies gehe auf einen Vergleich zurück, den sie mit dem Erzbistum München und Freising geschlossen hatte. Wann das Erzbistum den Termin für einen Auszug sieht, blieb zunächst offen.

Die Juristin hatte sich über zwei Jahre und vor unterschiedlichen Gerichten gegen ihren drohenden Rauswurf gewehrt. Die 39-Jährige argumentiert, sie wolle Nonne werden und den Orden erhalten. Als Klosterbesetzerin war sie bundesweit bekannt geworden.

Das oberste Gericht der Apostolischen Signatur hat aber nun die Entscheidung zur Auflösung des Ordens endgültig bestätigt, wie das Erzbistum München und Freising am Mittwoch mitteilte. Schwarz lebte seit 2015 in dem einzigen deutschen Kloster des alten Birgitten-Ordens, um dort Novizin zu werden.

„Wenn es die endgültige Entscheidung des Vatikans ist, halte ich mich an mein im Vergleich gegebenes Wort, innerhalb der vereinbarten Frist auszuziehen“, sagte sie nun. So, wie sie es auf den ersten Blick aussehe, sei es tatsächlich die endgültige Entscheidung. Allerdings könne in zwei Wochen noch viel passieren. „Abraham hat das Messer gegen Isaak erhoben – und Gott hat in letzter Minute eingegriffen.“

Postulatin oder nicht?

In dem Dekret aus dem Vatikan wird laut Erzbistum die bereits im Juni 2017 erfolgte Zurückweisung einer Beschwerde bestätigt, die die letzte in dem Kloster lebende Ordensangehörige, Schwester Apollonia Buchinger, gegen die Auflösung eingereicht hatte. Sie hatte sich aber dann gebeugt und war nach Vilseck in der Oberpfalz umgezogen.

Das Erzbistum erläuterte, man könne sich nun verstärkt auf ein Nutzungskonzept für das ehemalige Kloster und damit verbundene Flächen konzentrieren und die Zukunft Altomünsters als einen kirchlichen Ort entwickeln.

Das in lateinischer Sprache verfasste Dekret aus Rom halte ausdrücklich fest, dass es im Kloster Altomünster zum Zeitpunkt der Auflösung keine Kandidatinnen, Postulantinnen oder Novizinnen gab und die so bezeichneten Frauen weder gültig zugelassen noch Nonnen aus einem anderen Kloster waren, betonte das Erzbistum weiter.

Das Erzbistum hatte Schwarz nie anerkannt. Schwarz selbst sagte hingegen stets, Schwester Apollonia habe sie als Postulantin aufgenommen. Sie hatte außerdem stets gesagt, es gebe weitere Frauen, die in Altomünster Nonne werden wollten. Mindestens drei Ordensfrauen sind für den Erhalt eines Klosters nötig.

„Gott wird für mich sorgen“

Noch weiß Schwarz nicht, wo sie mit ihren Hunderten Büchern hinziehen könnte. „Gott wird für mich sorgen“, sagt sie. Wichtig sei ihr, Gesangbücher aus dem Kloster mitnehmen zu können. Und über die anderen Frauen, die auch Nonne werden wollten: „Wir sind wild entschlossen, dass wir ein Ordensleben führen wollen.“

Wo – das ist offen. Das Kloster Reutberg in Sachsenkam (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) kommt nicht in Frage, es wird ebenfalls aufgelöst. Es ist ähnlich wie in Altomünster: Derzeit leben dort zwei Franziskanerinnen, von denen eine hochbetagt und pflegebedürftig ist. Bisher habe sich die Frage nicht gestellt, eventuell in Reutberg anzuklopfen, sagt Schwarz. Denn dort habe es schon 2013 geheißen, dass niemand mehr aufgenommen werden dürfe.

Von: dpa

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