Bischöfe wollen an der Übersetzung des Vaterunsers festhalten

Bischöfe wollen an der Übersetzung des Vaterunsers festhalten

Ackermann und Marx gegen Änderung des Vaterunsers

Der Papst hält die Formulierung „Führe uns nicht in Versuchung“ für keine gute Übersetzung. Kardinal Reinhard Marx und Bischof Stephan Ackermann halten an der ursprünglichen Übersetzung des Vaterunsers fest.

Triers Bischof Stephan Ackermann und Kardinal Reinhard Marx sind gegen die Änderung von Textpassagen im Vaterunser. Sie halten an der Übersetzung „Führe uns nicht in Versuchung“ fest. Papst Franziskus hatte die Formulierung in einem Fernsehinterview kritisert. „Ein Vater tut so etwas nicht“, sagte Franziskus laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Ein Vater hilft sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan.“ Besser wäre die Übersetzung „Lass mich nicht in Versuchung geraten“.

„Wir sollten die deutsche Übersetzung so lassen“, sagte Ackermann, der auch Vorsitzender der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz ist. Er könne die Kritik von Papst Franziskus nachvollziehen. „Aber ich würde trotzdem bei unserer Übersetzung bleiben“, sagte er der dpa. „Ich sehe auch nicht, dass wir in Deutschland bisher eine andere Meinungsbildung unter den Bischöfen hätten.“ Außerdem sieht Ackermann in der Äußerung des Papstes keinen Auftrag zum Handeln.

„Die meisten Bischöfe sehen das so wie ich“

Es handele sich um „die getreue Übersetzung des griechischen Originals“. Und Ackermann verstehe den Satz nicht so, dass Gott den Menschen zum Bösen verführen wolle. Es gehe vielmehr um Situationen der Erprobung: „Ich glaube, hier geht es darum, dass der Betende nicht aus der Haltung des Selbstbewussten, des Unangefochtenen spricht, sondern um seine Versuchbarkeit weiß.“

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sieht keine Notwendigkeit darin, die Übersetzung zu verändern. Dies machte er am Freitag im Presseclub München deutlich. „Ich habe den Eindruck, dass die meisten Bischöfe das so sehen wie ich und keinen Handlungsbedarf sehen.“

Der Papst habe aber mit Recht darauf hingewiesen, dass die Gebetsbitte „Führe uns nicht in Versuchung“ von manchen missverstanden werde. „Gemeint ist, dass Gott uns in die Bewährung führt“, erklärte der Münchner Erzbischof.

Auch der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer beteiligte sich an der Diskussion. Laut dem Bayerischen Rundfunk warnte er vor einer „Verfälschung der Worte Jesu“. Die Übersetzung „führe uns nicht in Versuchung“ sei genau so bei den Evangelisten Matthäus und Lukas überliefert. Es gehe nicht an, Jesus zu korrigieren, erklärte der ehemalige Dogmatikprfoessor.

Von dpa/Jennifer Adam

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