Kopten beten auf dem Tahrir-Platz in Kairo

Kopten beten auf dem Tahrir-Platz in Kairo

Kirche und Politik fordern Glaubensfreiheit in aller Welt

Erst vor wenigen Tagen wurden koptische Christen bei Anschlägen in Ägypten getötet. In vielen anderen – vor allem muslimischen – Ländern können Christen ihren Glauben nicht offen leben. Für Bischöfe und Politiker in Deutschland ein Grund, Religionsfreiheit einzufordern.

Angesichts von Christenverfolgungen und Terroranschlägen haben Bischöfe an Karfreitag zum Eintreten für Religionsfreiheit und Gewaltfreiheit aufgerufen. „Es kann keinen Frieden zwischen den Religionen geben, wenn wir nicht gemeinsam dafür eintreten, dass alle Menschen ihren Glauben leben dürfen und darin respektiert werden“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Karfreitag in München. Das gelte besonders für Länder, die vom Islam geprägt seien. Marx erinnerte an den jüngsten Terroranschlag auf koptische Christen und begrüßte in diesem Zusammenhang die geplante Reise von Papst Franziskus nach Ägypten.

Unionsfraktionschef Volker Kauder forderte von den Muslimen weltweit mehr religiöse Toleranz. „Im Islam gibt es hier leider Defizite“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Gerade die Fanatiker der Terrormiliz „Islamischer Staat“ beriefen sich leider auch auf die Lehren des Korans.

„Diesen offenkundigen Irrlehren muss von den geistigen Autoritäten des Islams noch stärker widersprochen werden“, verlangte Kauder. Diese müssten „doch selbst ein hohes Interesse haben, dass ihre Religion nicht von Fanatikern diskreditiert wird“. Jenen, die Gläubige radikalisieren wollten, „muss aus der islamischen Lehre heraus entgegen getreten werden“, sagte Kauder.

„Töten für Gott ist Perversion Gottes“

Der CDU-Politiker kritisierte, die Lage der Christen insbesondere in Syrien und dem Irak habe sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechtert. In Ägypten wollten islamistische Fanatiker die Gesellschaft spalten, warnte Kauder vor dem Hintergrund der jüngsten Anschläge auf koptische Christen mit zahlreichen Toten.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer rief alle Christen weltweit auf, ihren verfolgten Schwestern und Brüdern geistlich und auch politisch beizustehen. Nach den Worten des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick ist der Karfreitag eine Generalabsage an jegliches Töten von Menschen. Das betreffe Krieg und Terror, aber auch Mord und Todesstrafe, Abtreibung und Sterbehilfe: „Töten für Gott ist Perversion Gottes.“

Bedford-Strohm: Am Ende siegt das Leben

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, rief dazu auf, mit neuem Vertrauen in die Zukunft zu schauen. „Sagt allen Menschen, dass am Ende nicht Hass und Tod siegen werden, sondern das Leben“, erklärte Bedford-Strohm in seiner Osterbotschaft.

Mehrere hundert evangelische und katholische Christen nahmen am Freitag in Lübeck am Ökumenischen Kreuzweg teil. Gemeinsam mit Erzbischof Stefan Heße, Bischöfin Kirsten Fehrs und weiteren Geistlichen erinnerten sie auf dem historischen Weg an die Leidensgeschichte Christi.

Jeder dritte Deutsche glaubt an Auferstehung

Heße warnte vor negativer Stimmungsmache durch sogenannte alternative Fakten. Auch bei der Verurteilung Jesu habe nach biblischer Überlieferung statt der Wahrheit die aufgeheizte öffentliche Meinung den Ausschlag gegeben. Fehrs sagte, auch heute spürten Menschen angesichts von Gewalt und Terror die Last und den Schmerz des Kreuzes. Doch die Bibel lehre, dass in Jesu Tod auch die Kraft liege, den Lebensfeinden zu widerstehen.

Nach einer repräsentativen Umfrage des Instituts INSA für die Bild-Zeitung glaubt jeder dritte Deutsche, dass Jesus am Kreuz gestorben und von den Toten auferstanden ist. Drei von zehn (29,1 Prozent) lehnen diese Aussage ab, der Rest macht keine Angaben. Bei den Christen stimmt gut jeder zweite Katholik und Protestant der Aussage zu, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. An ein Weiterleben nach dem Tod ganz allgemein glauben der Umfrage zufolge drei von zehn Deutschen (30,5 Prozent). (pro/dpa)

Von: mm/dpa

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