Das Singen im Chor muss nicht altbacken sein. Das Bistum Essen stellt zwei neue Pop-Kantoren ein, die das musikalische Leben im Bistum Essen bereichern sollen

Das Singen im Chor muss nicht altbacken sein. Das Bistum Essen stellt zwei neue Pop-Kantoren ein, die das musikalische Leben im Bistum Essen bereichern sollen

Katholische Kirche stellt zwei Pop-Kantoren ein

Das Bistum Essen stellt als erstes Bistum zwei studierte Popmusiker als Kantoren ein. Auch die evangelische Kirche erkennt Potenzial in moderneren Musikstilen.

Ab Februar und März sollen zwei Pop-Kantoren das musikalische Angebot der katholischen Kirche erweitern. Das Bistum Essen hat hier eine Vorreiterrolle. Zwei Musiker sollen in den Gemeinden mit Chören und Bands Konzerte, Gottesdienste und Workshops mit moderner, poppiger Kirchenmusik gestalten und damit vor allem auch jüngere Menschen ansprechen.

Ihr musikalisches Repertoire soll eigene Kompositionen sowie Gospel- und „Praise and Worship“-Songs und die Genres Pop, Rock und Jazz umfassen. Das meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). „Die evangelische Kirche und die Freikirchen haben die Popmusik bereits integriert. Das haben auch wir vor“, sagt Stefan Glaser, Bischöflicher Beauftragter für Kirchenmusik im Bistum Essen.

Ein leichter Zugang zu den Themen des Glaubens

Damit solle nicht das traditionelle Liedgut aus der Kirche verdrängt, sondern lediglich das musikalische Spektrum erweitert werden, betont Glaser. Mit dieser ausgesprochen emotionalen Musik könnten die Zuhörer sehr leicht einen Zugang zur Kirche und den zentralen Themen des Glaubens bekommen, erklärter er im Gespräch mit „RP Online“. Glaser leitet das Projektteam, das der christlichen Pop-Musik den Weg ebnen soll.

Erste Workshops mit dem Schwerpunkt neue Musik hätten bereits stattgefunden: „Dort waren viele dabei, die sonst kaum in die Kirche gehen“, bilanziert Glaser. Viele hätten gefragt, warum es diese Musik nicht häufiger in der Kirche gebe. Ein Stelleninhaber soll seine Basis in der Gelsenkirchener Jugendkirche GleisX haben, der andere im gesamten Ruhrbistum unterwegs sein.

Ein zentrales Thema des Zukunftsbildes

Mit den Pop-Kantoren setzen Glaser und sein Team eines der zentralen Projekte des Zukunftsbildes im Bistum Essen um. Es ist eines von 20 Projekte des 2013 entstandenen Zukunftsbildes, das dazu führen soll, die Kirche mit Menschen in Kontakt zu bringen, die sie bislang kaum erreicht.

Auch die evangelische Kirche macht bereits seit Längerem gute Erfahrung mit christlicher Pop-Musik und Pop-Kantoren. Hier läuft bereits seit Oktober in Witten der Bachelor-Studiengang „Kirchenmusik Popular“ an einer neu gegründeten evangelischen Pop-Akademie. Schwerpunkt ist vor allem zeitgenössische Musik und deren Anwendung im Kirchenbereich.

„Die Nachfrage nach speziell ausgebildeten Popmusikern in der Kirchenmusik steigt. Wir sind bislang die einzige Hochschule in Deutschland, die diese Qualifizierung anbietet“, sagt Hartmut Naumann, Pro-Rektor und Leiter des Studiengangs gegenüber der dpa. Die Pop-Akademie gehört zur Herforder Hochschule für Kirchenmusik der westfälischen Landeskirche. Jens-Peter Enk, Leiter der Arbeitsstelle Kirchenmusik der evangelischen Kirche im Rheinland und Kantor und Organist einer Gemeinde in Wuppertal findet, dass Popmusik und die großen Klassiker ohne Probleme koexistieren können: „Junge Musik ist bei uns sehr willkommen.“ (pro/dpa)

Von: jw

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