Verdeckte Werbung oder unangebrachte Inhalte für Kinder und Jugendliche in den Medien brauchen nicht stillschweigend hingenommen zu werden

Verdeckte Werbung oder unangebrachte Inhalte für Kinder und Jugendliche in den Medien brauchen nicht stillschweigend hingenommen zu werden

Portal „programmbeschwerde.de“ verzeichnet Rekordjahr

Die digitale Anlaufstelle der Medienanstalten für Verstöße gegen Jugendschutz-, Werbe- und Gewinnspielrichtlinien im Internet verbucht einen traurigen Höchststand. Insgesamt gingen im vergangenen Jahr 2.613 Meldungen ein.

Das Portal programmbeschwerde.de, das die Landesmedienanstalt Saarland als digitale Anlaufstelle für alle 14 Medienanstalten bundesweit betreibt, hat 2020 mehr Beschwerden erhalten denn je. Die Meldungen seien um rund 25 Prozent gestiegen, teilten die Landesmedienanstalten am Mittwoch in Berlin und Saarbrücken mit. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 2.613 Meldungen eingegangen, im Vorjahr waren es demnach 2.058.

Der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Wolfgang Kreißig, erklärte zu dem Rekord an Beschwerden: „Über 500 Meldungen mehr als im Vorjahr zeigen, dass es in Deutschland eine gestiegene Sensibilität bei der Wahrnehmung von Medieninhalten und das Bedürfnis nach Information gibt.“ Die Bürger nutzen die Anlaufstelle, um sich aktiv einzubringen. An das Portal können Bürger potenzielle Verstöße gegen Jugendschutz-, Werbe- und Gewinnspielrichtlinien oder unangebrachte Inhalte im privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie in Online-Angeboten melden.

Im Einzelnen gingen laut den Landesmedienanstalten 513 Eingaben zum Programm privater Fernseh- und Rundfunkveranstalter ein, 186 Beschwerden betrafen Online-Inhalte insbesondere bei Instagram und Youtube. Meldungen zu möglichen medienrechtlichen Verstößen wurden den Angaben zufolge an die zuständigen Landesmedienanstalten weitergeleitet. Reine Programmkritik ging direkt an die Redaktionen der privaten Sender. Beschwerden, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk betrafen, wurden an die Rundfunkanstalten weitergeleitet, da die Medienanstalten nur für die Aufsicht des privaten Rundfunks zuständig sind.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Zuschriften lag laut saarländischer Medienanstalt im Bereich des Jugendschutzes. Hier wurden besonders Erotik-Werbung und für Kinder „überbelastende Trailer“ im Tagesprogramm kritisiert. Ein Ärgernis im Bereich des Fernsehens blieben demnach aus Sicht des Publikums zu lange Werbeblöcke und als aufdringlich empfundene Platzierungen - eine Beobachtung, die vermehrt auch im Internet beanstandet werde, wie es hieß.

Von: epd

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