Bislang wurden die mehr als 1.000 Ditib-Imame in Deutschland ausschließlich im Ausland ausgebildet. Nun hat Ditib ein eigenes Ausbildungszentrum in der Eifel eröffnet.

Bislang wurden die mehr als 1.000 Ditib-Imame in Deutschland ausschließlich im Ausland ausgebildet. Nun hat Ditib ein eigenes Ausbildungszentrum in der Eifel eröffnet.

Ditib bildet Imame nun auch in Deutschland aus

Die mehr als 1.000 Ditib-Imame in Deutschland kommen bisher aus der Türkei und werden von der Religionsbehörde Diyanet in Ankara bezahlt. Nun beschreitet Ditib in der Ausbildung von Imamen erstmals einen neuen Weg.

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) bildet einen Teil ihrer Imame nun in Deutschland aus. Dazu hat die Ditib einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge am Donnerstag im Eifel-Ort Dahlem offiziell ihr neues Ausbildungszentrum eröffnet.

Die Ditib ist ein in Deutschland tätiges Organ der türkischen Regierung mit religiöser und sozialer Zielsetzung. Die mehr als 1.000 Ditib-Imame hierzulande kommen bisher aus der Türkei und werden alle von der Religionsbehörde Diyanet in Ankara bezahlt. Politiker in Bund und Ländern fordern seit Längerem eine strukturelle, finanzielle und politische Loslösung von der Türkei.

Zweijährige Ausbildung

Mit der Eröffnung der Ausbildungsstätte beginnt die Ditib mit der Umsetzung eines Konzepts, das die bundesweit größte Islam-Organisation im vergangenen Sommer angekündigt hatte. Demnach sollen 70 Bachelor-Absolventen in gut zwei Jahren zu Religionsbeauftragten ausgebildet werden. Die Absolventen hatten nach dpa-Angaben in Deutschland ihr Abitur gemacht und danach in der Türkei Islamische Theologie studiert.

Wie Deutschlandradio am Donnerstag berichtet, werden an deutschen Universitäten bereits Imame ausgebildet. Allerdings gebe es bislang keine praktische Ausbildung der Geistlichen in den muslimischen Gemeinden. Dagegen wende sich eine Initiative der Universität Osnabrück mit Vertretern anderer Islamverbände als Ditib. Gemeinsam mit Einzelpersonen ist dem Bericht zufolge ein Verein gegründet worden, der „ein Kolleg für die Ausbildung muslimischer Geistlicher“ auf die Beine stellen soll.

Ditib erfüllt Wunsch der Islamkonferenz

Im Frühjahr 2019 hatte eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) gezeigt, dass 90 Prozent der in Deutschland tätigen muslimischen Imame aus dem Ausland kommen. Die Ditib betrieb der Studie zufolge vor einem Jahr in Deutschland rund 1.000 Moscheen. Die vom Verfassungsschutz beobachtete Islamische Gemeinschaft Milli Görüs unterhielt mehr als 300 Moscheen, eben so viele wie der Verband Islamischer Kulturzentren. Wie die KAS-Studie zeigte, reisten islamische Prediger oft mit einem Touristenvisum für einen begrenzten Zeitraum nach Deutschland ein und verfügten über keinerlei Kenntnisse über Land und Kultur.

Nach Angaben der Deutschen Islam Konferenz (DIK) wünschen sich Moscheegemeinden, Kommunen und Integrationsminister „Imame, die gut Deutsch sprechen, die Lebenswelt ihrer Gemeindemitglieder und die Strukturen vor Ort kennen“. In Deutschland seien solche Imame noch in der Minderheit, stellt die DIK fest. Daher hatte sich die DIK bereits 2011 „mittel- und langfristig für den Einsatz von in Deutschland aufgewachsenen beziehungsweise ausgebildeten Imamen“ ausgesprochen.

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Ausländer, die vorwiegend aus religiösen Gründen in Deutschland beschäftigt sind, künftig vor der Einreise hinreichende deutsche Sprachkenntnisse nachweisen. Das hatte das Kabinett im November 2019 beschlossen. Dazu beabsichtigt die Regierung nach Angaben des Bundesinnenministeriums die Beschäftigungs- und Aufenthaltsverordnung zu ändern.

Von: dpa

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