Josef Schuster, Charlotte Knobloch und Heinreich Bedford-Strohm zeigten sich entsetzt über das Attentat in Halle

Josef Schuster, Charlotte Knobloch und Heinreich Bedford-Strohm zeigten sich entsetzt über das Attentat in Halle

„Antisemitismus ist Gotteslästerung“

Durch den Amoklauf eines offenbar rechtsextremistischen Täters sterben in Halle/Saale zwei Menschen. Laut Bundesanwaltschaft ist die Tat antisemitisch motiviert. Vertreter aus Kirche und Politik reagieren mit Entsetzen. Dass die Synagoge an einem jüdischen Feiertag polizeilich nicht geschützt war, hält der Zentralrat der Juden für „skandalös“.

„Die Brutalität des Angriffs übersteigt alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für alle Juden in Deutschland ein tiefer Schock. Dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war, ist skandalös. Diese Fahrlässigkeit hat sich jetzt bitter gerächt.“

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden

 

„Wir sind froh über jede Synagoge, über jede Gemeinde und alles jüdische Leben in unserem Lande.“

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

 

„Ich denke an unsere jüdischen Brüder und Schwestern, die heute ihr höchstes Fest, das Versöhnungsfest, feiern. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie in unserem Land ihren Glauben in Angst und Unsicherheit leben müssen. Als Christen wie als Deutsche sind wir aufgerufen, uns dem entgegenzustellen. Denn Antisemitismus ist Gotteslästerung.“

Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, am Mittwoch

 

„Ich bin es leid, immer wieder entsetzt und erschüttert sein zu müssen. Wann hört das auf? Warum geschieht das in unserem Land? Unserem Land! [...] Antisemitismus und Fremdenhass dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Es ist beschämend, diesen Satz so oft sagen zu müssen in Deutschland.“

Außenminister Heiko Maas auf Twitter

 

„Wir sind bestürzt. Mit tiefem Schmerz stehen wir nach den Anschlägen durch einen Rechtsextremisten in Halle an die Seite der jüdischen Gemeinden in Deutschland.“

Ekkehart Vetter, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz

 

„Dieser Tag ist ein Tag der Scham und der Schande.“

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

 

„Was wir gestern erlebt haben, war Terror.“

Peter Frank, Generalbundesanwalt

 

„Wir sind entsetzt und empört über die feigen und kriminellen Terror-Taten. Besonders hat uns erschüttert und schockiert der Angriff auf das Gotteshaus, wo Menschen ihre seelische Ruhe finden sollten. Wir werten dieses Attentat am jüdischen Feiertag als politisch motivierter Terroranschlag.“

Der Dachverband islamischer Gemeinden in Sachsen-Anhalt

 

„Wenn ein schwer bewaffneter Terrorist auf offener Straße mordet, und wenn ein Zentrum jüdischen Lebens in einer deutschen Stadt am höchsten jüdischen Feiertag mit Schusswaffen und Sprengsätzen angegriffen wird, dann ist das ein Angriff auf das Zusammenleben in unserem Land“

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern

 

Bei dem Amoklauf eines schwerbewaffneten mutmaßlichen Rechtsextremisten in Halle/Saale vor einer Synagoge und in einem nahe gelegenen Imbiss wurden am Mittwoch zwei Menschen getötet und mindestens zwei weitere Menschen verletzt. Die Bundesanwaltschaft sieht die Tat rechtsextremistisch und antisemitisch motiviert – auch das Bekennervideo sei eindeutig antisemitisch und rechtsextremistisch. Der mutmaßliche Täter Stephan B. wollte nach Experteneinschätzung eine internationale rechte Internet-Subkultur erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt der Extremismusforscher Matthias Quent laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit Blick auf ein am Mittwoch verbreitetes Video, das die Tat zeigen soll. „Er spricht Englisch und er greift Verschwörungstheorien auf, zum Beispiel über die angeblich zerstörerische Macht des Judentums.“

Die Bundesanwaltschaft will noch am Donnerstag beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gegen den mutmaßlichen Attentäter von Halle stellen. Zuvor war der mutmaßliche Täter offenbar nicht als Rechtsextremer aufgefallen. Derzeit werde geprüft, ob es Mittäter gegeben habe. Bei den Angriffen in Halle haben Defekte an mindestens einer Waffe des Täters allem Anschein nach eine höhere Opferzahl verhindert. In dem offensichtlich vom Attentäter aufgenommenen Tatvideo ist zu sehen, wie in mindestens zwei Fällen Ladehemmungen Menschen das Leben retten.

Von: Martina Blatt/dpa

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