Erzieherinnen einer Kita in Freiburg sollen Kinder massiv unter Druck gesetzt haben (Symbolbild)

Erzieherinnen einer Kita in Freiburg sollen Kinder massiv unter Druck gesetzt haben (Symbolbild)

Gewalt gegen Kinder in katholischer Kita

Weil sie Kinder massiv unter Druck gesetzt haben sollen, ist zwei Mitarbeiterinnen eines katholischen Kindergartens in Baden-Württemberg gekündigt worden. Die Erzieherinnen sollen Kinder unter anderem zum Essen bis zum Erbrechen gezwungen haben.

Die Leiterin der Kindertagesstätte St. Elisabeth in Lauchringen bei Waldshut und eine Erzieherin sollen die Kinder in ihrer Obhut beim Essen und Schlafen massiv unter Druck gesetzt haben. Deshalb sei ihnen nach Überprüfung des Vorfalls gekündigt worden, teilte ein Sprecher des Erzbistums Freiburg der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Zuvor hatte der Südkurier über das Thema berichtet. Der Zeitung zufolge hatten die beiden Frauen die Kinder mehrfach bis zum Erbrechen zum Essen genötigt und auch zum Schlafen auf Befehl gezwungen. „Die Kinder mussten ihre Teller leer essen, bis sie sich übergeben mussten, obwohl sie sagten, dass sie satt seien", zitiert der Südkurier eine Mutter, die anonym bleiben wolle. Auf Nachfrage der Zeitung bestätigten weitere Elten, dass ihre Kinder unter Druck gesetzt worden seien.

Die Beschuldigten hätten ihre Schutzbefohlenen „unzulässigem Druck und pädagogisch fragwürdiger Behandlung ausgesetzt“, so das Erzbistum Freiburg. Damit hätten sie sich der Beeinträchtigung des Kindeswohls schuldig gemacht. „Kirchliche Einrichtungen sollen ein sicherer Ort für die der Kirche anvertrauten Menschen, insbesondere Kindern sein“, hieß es weiter. Gegen dieses Leitbild hätten die Mitarbeiterinnen willentlich verstoßen. „Auf keinen Fall darf es Teil des pädagogischen Konzepts sein, Kinder zum Essen zu zwingen", sagte Barbara Remmlinger, die im Erzbischöflichen Ordinat Freiburg für Elementarpädagogik zuständig ist.

Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen

Eine Mutter habe sich an den Südkurier gewandt und gefordert, das Personal in Kindertagesstätten solle besser überprüft werden. Der Träger der Einrichtung, die Kirchengemeinde Mittlerer Hochrhein St. Verena, entschuldigte sich in einer Stellungnahme bei den Eltern. „Wir bitten die Eltern der Schutzbefohlenen um Entschuldigung für mögliche erlittene Schäden."

Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen hat die Ermittlungen eingeleitet. Nach Angaben des Südkurier erklärte Florian Schumann von der Staatsanwaltschaft: „Es wird geprüft, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten gegeben ist."

Von: Swanhild Zacharias

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus