Die Diakonie Düsseldorf will bei der Suche nach Pflegeeltern keinen ausgrenzen

Die Diakonie Düsseldorf will bei der Suche nach Pflegeeltern keinen ausgrenzen

Diakonie wirbt für Vielfalt bei Pflegeeltern

Die Diakonie Düsseldorf wirbt gezielt bei homosexuellen Paaren, sich für ein Pflegekind zu entscheiden. Es gebe zu wenige Pflegeeltern, begründet das evangelische Sozialwerk den Schritt.

Die Diakonie Düsseldorf wirbt mit einer Kampagne für mehr Vielfalt bei Pflegeeltern. „Sie möchten ein Leben verändern? Geben Sie einem Kind oder Jugendlichen ein neues Zuhause. Werden Sie Pflegeeltern!“, ruft die Einrichtung auf einer eigens eingerichteten Webseite dazu auf, sich für ein Pflegekind zu entscheiden.

„Dabei ist es uns nicht wichtig, ob Sie alleine oder ein Paar sind. Ob Sie in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung leben oder als Mann und Frau verheiratet sind. Vielleicht sind Sie muslimischen Glaubens oder nicht religiös? Wir wollen Vielfalt!“, heißt es dort weiter. Kinder und Jugendliche bräuchten unterschiedliche Pfegeeltern. „Wir schauen mit Ihnen, was passt.“

Seit Montag wirbt die Diakonie auch auf Plakten für ihr Angebot. Wie das Jugendportal Bento berichtet, nimmt sie dabei insbesondere auch homosexuelle Paare in den Blick. So ist auf einem Plakat ein schwules Paar zu erkennen. Daneben heißt es: „Wir haben ein Leben verändert.“ Dazu die Erläuterung: „Ben (33) und Michael (39), Pflegeeltern.“ Wie die Westdeutsche Zeitung (WZ) in einem Online-Artikel vom Montag berichtet, nahmen die beiden vor anderthalb Jahren einen traumatisierten Jungen in ihre Obhut.

„Wir wollen keine Gruppe ausgrenzen“

Rudolf Brune, Vorstand der Diakonie Düsseldorf für Kinder und Familie, betonte gegenüber der Lokalzeitung jedoch, dass es bei der Kampagne nicht nur um homosexuelle Paare gehe. Vielfalt meine auch andere Zielgruppen: „Wir wollen vor allem keine Gruppe ausgrenzen und zum Beispiel ältere Männer und Frauen auch jenseits der 50 mehr animieren oder Alleinerziehende.“ Und auch ganz normale Vater-Mutter-Kind-Familien seien gefragt. Laut WDR richtet sich die Plakatkampagne jedoch gezielt an Singles, Alleinerziehende, gleichgeschlechtliche Paare und Menschen mit Migrationshintergrund. Wichtig sei lediglich, dass die potentiellen Pflegeeltern weder lebensbedrohlich erkrankt sind, noch einen schwerwiegenden Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis haben.

Zum Hintergrund: Laut WZ hat die Diakonie in Düsseldorf derzeit rund 300 Pflegeeltern in ihrer Kartei. Pflegekinder gebe es jedoch 450. Die Diakonie ist der soziale Dienst der evangelischen Kirche. „Wir verstehen unseren Auftrag als gelebte Nächstenliebe und setzen uns für Menschen ein, die am Rande der Gesellschaft stehen, die auf Hilfe angewiesen oder benachteiligt sind“, beschreibt sie sich selbst.

Gleichgeschlechtliche Paare können in Deutschland genauso wie heterosexuelle Paare Kinder pflegen und inzwischen auch adoptieren. Bereits in den 90er Jahren empfahl die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter laut der Universität Siegen erstmals, homosexuelle Paare als Pflegeeltern zu gewinnen. Eine deutschlandweite Statistik zu ihrer Anzahl gibt es nicht.

Von: Sandro Serafin

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