Mit dem freiwilligen Engagement der Bevölkerung und der Kirchenmitglieder befasst sich der vierte Freiwilligensurvey der Evangelischen Kirche in Deutschland

Mit dem freiwilligen Engagement der Bevölkerung und der Kirchenmitglieder befasst sich der vierte Freiwilligensurvey der Evangelischen Kirche in Deutschland

Besonders Freikirchler engagieren sich

Die Zahl der Deutschen, die sich ehrenamtlich engagieren, wächst. Vor allem die Freikirchen können sich dabei auf ihre Mitglieder verlassen. Dies ergab die Sonderauswertung des vierten Freiwilligensurveys für die Evangelische Kirche.

Immer mehr Deutsche engagieren sich ehrenamtlich. Derzeit bringen sich 30,9 Millionen Deutsche freiwillig ein. Die Mitglieder evangelischer Freikirchen legen dabei ein überdurchschnittlich hohes ehrenamtliches Engagement an den Tag: Etwas mehr als zwei Drittel von ihnen (68 Prozent) leisten einen freiwilligen Dienst. Knapp die Hälfte aller evangelischen Befragten (ohne Freikirchen) engagiert sich (48,7 Prozent). Bei Befragten, die angeben, stark mit der Kirche verbunden zu sein, liegt der Anteil bei zwei Drittel.

Der organisatorische Rahmen für ehrenamtliches Engagement

Diese Zahlen hat die Sonderauswertung des vierten Freiwilligensurveys für die Evangelische Kirche in Deutschland erbracht. Die Teilgruppe der evangelisch Engagierten (ohne Freikirchen) umfasst 32,5 Prozent der Engagierten in Deutschland. Jeder Zehnte von ihnen übt sein Engagement im Bereich „Kirche und Religion“ aus. Jeweils etwa 40 Prozent investieren sich im Bereich ältere Menschen, Kinder und Jugendliche sowie Familien, wobei Mehrfachnennung möglich waren.

Hohe Bereitschaft, das Engagement auszuweiten

57,2 Prozent aller evangelischen Engagierten im Bereich „Kirche und Religion“ engagieren sich schon länger als fünf Jahre. Damit liegt der Wert um fünf Prozentpunkte höher als bei den übrigen Befragten. Als Hauptmotiv nennen die Ehrenamtlichen den Spaß oder den Wunsch, mit anderen Menschen oder Generationen zusammenzukommen. Einhellig berichten alle Engagierten, dass sie sich durch ihre Tätigkeit besser fühlen.

Von den muslimischen Befragten engagiert sich etwas mehr als ein Viertel. Muslime sowie die Angehörigen evangelischer Freikirchen signalisieren aber, ihr aktuelles Engagement ausweiten zu wollen. Die Hälfte von ihnen möchte dies im Bereich „Kirche und Religion“ tun. Bei den evangelischen, katholischen und muslimischen Befragten liegt dieser Wert bei 30 Prozent.

Blick für Randgruppen und sozial Benachteiligte

Die Evangelischen (ohne Freikirchen) zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Mitglieder im Schnitt häufig engagiert sind. Fast jeder zweite übernimmt mindestens eine freiwillige Tätigkeit im kirchlichen, sportlichen oder kulturellen Bereich. Das freiwillige Engagement in den neuen Bundesländern (38,5 Prozent) ist im Vergleich zur Vorgängerstudie gestiegen, liegt aber immer noch unter dem in den alten Bundesländern (44,8 Prozent).

Aufgrund welcher Werteorientierung engagieren sich die Freiwilligen

Insgesamt bilanziert die Studie, dass sich Ehrenamtliche eher lebensnah und kurzfristig engagieren. Dabei spielen Spaß, der Wunsch nach Mitgestaltung und die Freude am Zusammensein mit anderen Menschen eine Rolle. Viele haben im vergangenen Jahr die Arbeit mit Geflüchteten unterstützt und dort ein neues Betätigungsfeld gefunden. Sechs von zehn evangelischen Engagierten finden es sehr wichtig oder eher wichtig, sozial Benachteiligten und gesellschaftlichen Randgruppen zu helfen.

Interessant ist, dass evangelische Engagierte erheblich seltener als die Gesamtheit der Engagierten angeben, dass ihr Bekanntenkreis das Interesse an der Tätigkeit teilt. Der Anteil der Engagierten im Bereich „Kirche und Religion“ ist im Vergleich zur Vorgängerstudie minimal gesunken. Trotzdem stellen die evangelischen und evangelisch-freikirchlich Engagierten fast ein Viertel aller Engagierten in Ostdeutschland, was ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung deutlich übersteigt.

Großes Potenzial bei denen, die sich engagieren wollen

Von den Freikirchlern, die sich freiwillig engagieren, gibt etwas mehr als die Hälfte an, das zeitaufwändigste Engagement im Bereich „Kirche und Religion“ auszuüben. Die Studie verdeutlicht aber auch, dass sich viele Menschen aus diversen Gründen nicht engagieren können oder wollen. Sie leisteten aber einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft, in dem sie einen Verwandten pflegten. Potenzial sieht die Studie für die Gesellschaft bei denjenigen, die sich in Zukunft ehrenamtlich engagieren wollen.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend befragt seit 1999 im Abstand von fünf Jahren Menschen in Deutschland ab 14 Jahren zu ihrem Engagement. Die Sonderauswertung der Evangelischen Kirche Deutschlands sollte Aufschluss über die Motive für ehrenamtliches Engagement, über die Hauptinhalte der Tätigkeiten und die Wertorientierungen der Evangelischen, speziell derjenigen, die im Bereich „Kirche und Religion“ tätig sind, geben. (pro)

Von: jw

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