Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg
Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg

Zwölf Menschen auf Weihnachtsmarkt getötet

In Berlin ist am Montagabend ein LKW in eine Menschenmenge gerast und hat zwölf Besucher eines Weihnachtsmarktes getötet. Bislang sind die Hintergründe über das Geschehen noch unklar.

In Berlin ist am Montagabend ein LKW in eine Menschenmenge gerast. Dabei wurden nach Angaben der Polizei mindestens zwölf Besucher des Weihnachtsmarktes am Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg getötet und weitere Unfallopfer zum Teil lebensgefährlich verletzt. Nach Angaben der Berliner Polizei hat LKW mit polnischen Kennzeichen eine Schneise von 50 bis 80 Metern durch Menschen und Weihnachtsmarktbuden gewalzt, bevor er auf der Budapester Straße zum Stehen kam.

Bislang sind die Hintergründe über das Geschehen auf dem zentralen Platz in der Nähe der Gedächtniskirche noch unklar. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) warnte am Abend vor Spekulationen und hielt sich mit Bewertungen zurück, konnte aber auch in Interviews einen möglichen Anschlag nicht ausschließen. Bislang ist unklar, ob es sich bei dem Vorfall um einen Unfall oder einen terroristischen Hintergrund handelt. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfahren haben will, spreche vieles für eine islamistische Attacke. Auch die Polizei sprach von einem Anschlag. Fest stehe das allerdings noch nicht. Die Polizei geht nach bisherigem Erkenntnisstand davon aus, dass der LKW vorsätzlich in die Menge gelenkt worden ist.

Über Twitter hat Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) mitgeteilt, dass Generalbundesanwalt Peter Frank die Ermittlungen in dem Fall übernommen habe. Nach Angaben von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) haben Sicherheitskräfte und Rettungsdienste die Situation in der Hauptstadt unter Kontrolle.

EU-Politiker nehmen Anteil

In einem Interview mit dem ARD-Nachtmagazin bestätigte Bundesinnenminister Thomas de Maizière, dass ein Verdächtiger vernommen werde. „Wir bangen und beten mit den Angehörigen der Opfer", sagte der CDU-Politiker. „Ich möchte im Moment das Wort Anschlag noch nicht in den Mund nehmen, obwohl vieles dafür spricht", erklärte er und bat um Vertrauen in die Ermittlungsbehörden, die mit Hochdruck an dem Fall arbeiteten. In einer Konferenzschaltung am Dienstag will der Innenminsiter mit seinen Länderkollegen über mögliche Sicherheitsmaßnahmen beraten.

Zahlreiche Politiker aus dem In- und Ausland haben ihr Bedauern über die Ereignisse in Berlin und ihr Mitgefühl mit den Familien und Angehörigen der Opfer zum Ausdruck gebracht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bestürzt über die Geschehnisse geäußert. „Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann“, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Abend über Twitter mit. Die Kanzlerin sei mit dem Bundesinnenminister und Berlins Regierendem Bürgermeister in Kontakt. Auch Bundespräsident Joachim Gauck hat sich betroffen über das „schreckliche Geschehen“ geäußert. „Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt“, teilte Gauck noch am Abend mit. Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zeigte ich erschüttert und hat sein Mitgefühl mit den Familien und Angehörigen der Opfer ausgedrückt. Der EU-Ratspräsident und polnische Regierungschef Donald Tusk hat Deutschland die Hilfe der Europäischen Union angeboten. „Europa ist bereit zu helfen“, erklärte Tusk.

Die Berliner Polizei hat am Abend engmaschig via Twitter über die Ereignisse am Breitscheidplatz informiert und sich mit einem Appell an die Nutzer sozialer Netzwerke gewandt. Internetnutzer sollten weder Gerüchte und noch Bilder oder Videos zum Schutz der Opfer der Geschehnisse über die sozialen Medien verbreiten. Stattdessen hat die Polizei Internetnutzer dazu aufgerufen, Bildmaterial, das zur Aufklärung der Vorfälle beitragen kann, auf einen speziellen Server der Polizei zu übertragen. (pro)

Von: nob

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