Siegfried Winkler, Vorsitzender der örtlichen Deutschen Evangelischen Allianz in München, hat ein Hilfegesuch zum Schutz christlicher Flüchtlinge an Ministerpräsident Seehofer gerichtet
Siegfried Winkler, Vorsitzender der örtlichen Deutschen Evangelischen Allianz in München, hat ein Hilfegesuch zum Schutz christlicher Flüchtlinge an Ministerpräsident Seehofer gerichtet

Seehofer soll bedrohten christlichen Flüchtlingen helfen

Weil auch in München Christen unter den Flüchtlingen bedroht werden, hat sich die örtliche Evangelische Allianz mit einem Appell an Ministerpräsident Horst Seehofer gewandt. Als Vorbild soll ein Maßnahmenkatalog aus Hessen diene.

Weil Übergriffe gegenüber christlichen Flüchtlingen und anderen religiösen Minderheiten in München und an anderen Orten Bayerns geschehen, hat sich die örtliche Gruppe der Deutschen Evangelische Allianz (DEA) an Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gewandt. In einem Schreiben fordert die örtliche DEA-Gruppe den bayerischen Landesvater auf, sich entschlossen für einen wirksamen Schutz gegenüber Bedrohung und Verfolgung aus Religions- und Glaubensgründen einzusetzen.

Die veröffentlichten „Berichte stellen nur die Spitze eines Eisberges dar, da Flüchtlinge aus Angst vor Repressalien schweigen“, teilte der Vorsitzende der örtlichen Evangelischen Allianz, Siegfried Winkler, in einer Pressemeldung mit. Flüchtlinge, die wegen ihres christlichen Glaubens aus ihrer Heimat fliehen mussten oder sich als Flüchtlinge dem christlichen Glauben zugewandt hätten, dürften deshalb nicht bedroht werden. Das Recht auf Freiheit des Glaubens müsse als hohes Gut des Menschenrechts und der Menschenwürde beachtet „und mit allen nur erdenklichen Mitteln“ geschützt werden. Die Staatsregierung solle deshalb die besondere Schutzbedürftigkeit und Gefährdung christlicher Flüchtlinge anerkennen.

Als Beispiel für die bayerische Staatsregierung könne nach Auffassung von Winkler der Maßnahmenkatalog aus Hessen dienen. Der beinhalte unter anderem eine Verbesserung der Informations- und Meldekette, eine intensive Sensibilisierung der Standortleitungen und der angestellten sowie ehrenamtlichen Mitarbeiter, Polizeibeamten und Mitarbeiter in den Behörden. Nach Winklers Auffassung sei es dringend erforderlich, auch bei der Auswahl von Sicherheitsmitarbeitern und Dolmetschern auf die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten zu achten. Dadurch soll in den Unterkünften eine neutrale und objektive Behandlung von Anliegen ermöglicht werden. Dies gelte auch für die Besetzung der Infopunkte. Auch die Behördenleitungen und die Abteilungsleitungen der Polizeipräsidien und der Kriminaldirektionen sollten nach Winklers Meinung für die Thematik religiöser Übergriffe sensibilisiert werden.

Hilfe kein Mittel zur Mission

Auf Anfrage von pro erklärte Winkler: „Ich weiß von einzelnen Fällen, wo ehemalige Muslime, die in Deutschland Christen geworden sind, oder bereits in ihrer Heimat die Religion gewechselt hatten, hier massiv bedroht worden sind.“ Die Angst vor Verfolgung und Repressalien in einem ihm bekannten Heim sei so groß, dass die Flüchtlinge nicht einmal mit engsten Freunden darüber reden möchten. „Es ist eine deutliche Angst da“, sagte Winkler, der selbst immer wieder gebeten werde, keine Namen zu nennen und deshalb auch nicht mit konkreten Fällen an die Öffentlichkeit treten möchte. „Eine körperliche Gewalt gegen die Christen unter den Flüchtlingen ist mir nicht bekannt“, sagte Winkler. Die Flüchtlinge hätten von Drohungen, sogar von Morddrohungen berichtet. „Man hat ganz massiv verbal zu verstehen gegeben: ‚Wenn du nicht bereit bist, deine Abkehr vom Islam rückgängig zu machen, dann hast du kein Recht zu leben‘“, erklärte Winkler die Situation der Konvertiten. „Das sind keine kleinen Jungs, die schwächlich sind, sondern gestandene junge Männer, die schlicht Angst um ihre Familien und ihr Leben haben.“

Gemeinden der Münchner Evangelischen Allianz engagieren sich nach Angaben Winklers bei der Nachhilfe und dem Sprachunterricht von Flüchtlingen, der Begleitung bei Behördengängen und helfen, Praktikums- und Arbeitsplätze zu finden. Auch „ausgewiesen christliche Programme“, die nach außen sehr deutlich benannt würden, bieten die Münchner Gemeinden an. „Es geht darum, den Menschen zu helfen. Das tun wir als Christen. Da, wo Glaube zum Thema wird, reden wir selbstverständlich darüber. Aber, die Hilfe wird nie Mittel zum Zweck um Menschen für unseren Glauben zu gewinnen“, erklärte Winkler auf Anfrage.

Bislang hat Winkler noch keine Reaktion von der Staatskanzlei erhalten. „Ich hoffe, dass vor Weihnachten noch ein Lebenszeichen kommt“, sagte Winkler. Auslöser für den Appell an Ministerpräsident Seehofer sei das hessische Modell gewesen. Dort habe sich hinsichtlich der Situation von religiösen Minderheiten unter den Flüchtlingen politisch einiges bewegt. „Das sehen wir aufgrund der Sensibilisierung für das Thema als eine Chance, sodass auch die bayerische Staatsregierung noch einmal aktiv werden könnte.“ (pro)

nob

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