"Sakrileg": Nonne betet gegen Verfilmung

L i n c o l n (KEP) - Die Verfilmung von Dan Browns Bestseller "Sakrileg" ("The Da Vinci Code") erregt weiter die Gemüter. Während eine britische Nonne zwölf Stunden Mahnwache am Set des Hollywood-Films hielt, befürchten Experten einen starken Anstieg von Diebstählen und Vandalismus an den vermeintlichen Schauplätzen des fiktiven Romans.

Eine Mahnwache der besonderen Art hat die katholische Nonne Mary Michael vor der Kathedrale im englischen Lincoln abgehalten. Um gegen die Verfilmung von Browns Buch zu protestieren, betete Schwester Michael zwölf Stunden auf Knien vor dem Gotteshaus, berichtet die "Netzeitung". Im Innern der Kathedrale drehte der Hauptdarsteller, Hollywood-Star Tom Hanks, zwei Tage lang Szenen für den Film.

Nonne: Aussage von "Sakrileg" ist "Ketzerei"

Die 61-Jährige Nonne und ihre Anhänger halten das Buch des Autors Dan Brown für "Ketzerei". Die zentrale Aussage des Buches, dass Jesus und Maria Magdalena ein Kind hatten und nach Frankreich auswanderten, sei eine "ketzerische Behauptung", die auf einem "alten Fehler" basiere, so Mary Michael. Gelesen habe sie das Buch allerdings nicht. Der Dekan der Kathedrale, Alec Knight, nannte den Bestseller "einen Haufen Quatsch".

Dennoch stimmte Knight den Dreharbeiten zu, nachdem das US-Filmstudio Sony eine Spende von umgerechnet rund 146.000 Euro an die Kirche in Aussicht stellte. Die Kathedrale von Lincoln wurde als Ersatz-Kulisse für die Londoner Kirche "Westminster Abbey" ausgewählt. Dieser Original-Schauplatz des Buches blieb den Studios verschlossen, da Verantwortliche den Roman als "theologisch inkorrekt" einschätzen. In den kommenden Wochen sind weitere Dreharbeiten in der Kathedrale von Winchester und der Rosslyn Kapelle bei Edinburgh geplant.

Experten befürchten Vandalismus und Diebstähle

Experten befürchten laut einem Bericht der Tageszeitung "The Independent" vom Sonntag, dass es an den Schauplätzen von Buch und Film zu einem extremen Besucherandrang kommen werde, der Vandalismus und Diebstähle mit sich bringe. Es sei zu befürchten, dass Schaulustige Erinnerungsstücke aus den Kirchen mitnähmen oder ihre Namen in die Wände ritzten, schreibt die britische Zeitung "The Independent". Bereits jetzt seien Westminister Abbey und die mittelalterliche Temple Church im Herzen Londons betroffen.

Von: Oliver Theiss

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