Am 14. Juni beginnt die Fußballweltmeisterschaft, die in Mexiko, Kanada und den USA ausgetragen wird. Erstmals hat sich die Karibikinsel Curaçao für das Turnier qualifiziert. Während sich die Norweger in Oslo kurz vor der Abreise für ein Mannschaftsfoto im Wikinger-Style trafen oder die Deutsche Elf mit einem normalen Linienflug von Frankfurt aus abhob, trafen sich die Spieler von Curaçao, um Lobpreis zu machen und zu beten.
In den sozialen Netzwerken sind Videos zu sehen, wie die Mannschaft im Trainingslager in den Niederlanden gemeinsam mit Betreuern und der Organisation „Presence Revival“ zum Singen zusammenkommt – darunter bekannte Lieder wie „Godness of god“.
Im Mannschaftskreis berichtet der Flügelspieler Kenji Gorré zudem, wie er Gott sein Leben hingegeben hat: „Ich habe aufgehört, ihn auf den Rücksitz zu setzen, und habe ihn auf den Fahrersitz gesetzt.“ Zuvor habe er sich zwar als Christ gesehen, dennoch habe im Inneren immer etwas gefehlt – trotz seiner sportlichen Erfolge. Medienberichten zufolge haben sich in den vergangenen Jahren mehrere Mannschaftskollegen bekehrt.
Bereits im Rahmen der WM-Qualifikation teilten die Spieler von Curaçao regelmäßig Videos, in denen sie gemeinsam beteten. Im Interview mit „Fifa.com“ sagte der Mannschaftskapitän Leandro Bacuna zum entscheidenden Qualifikationsspiel: „Ich glaube, Gott war an diesem Abend mit uns. Denn ihr habt das Spiel gesehen, jeder hat es gesehen. Ein paar Bälle an den Pfosten … überall. Aber unser Torwart war großartig, also denke ich, es sollte so sein. Es war eine Geschichte, die für uns geschrieben wurde.“
Curaçao ist das flächen- und einwohnermäßig kleinste Land, das jemals an einer WM teilgenommen hat. Die Karibikinsel umfasst nur 444 Quadratkilometer – etwa die Hälfte der Fläche Berlins – und zählt rund 160.000 Einwohner. Davon sind rund 73 Prozent Katholiken und 13 Prozent Protestanten. Curaçao ist ein autonomes Land innerhalb des Königreichs der Niederlande.