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Appell an Kanzlerkandidaten: Arbeitsfreien Sonntag schützen

Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie hat sich der Handelsverband Deutschland für eine generelle Sonntagsöffnung bis Jahresende stark gemacht. Kirchliche Verbände fordern nun den Schutz des arbeitsfreien Sonntags.
Von Martin Schlorke
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Es ist ein Streit entbrannt, ob zur Abminderung der Corona-Folgen, Geschäfte zukünftig sonntags geöffnet werden dürfen

Die Gewerkschaft Verdi und kirchliche Verbände haben an die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen appelliert, den arbeitsfreien Sonntag zu schützen. In einem Brief an Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) kritisieren die in der „Allianz für den freien Sonntag“ zusammengeschlossenen Organisationen, „Versuche von Lobbygruppen und Arbeitgeberverbänden, den Schutz des arbeitsfreien Sonntags aufzuweichen“. Der Sonntag sei der letzte Tag der Woche, an dem die Beschäftigte darauf vertrauen könnten, Zeit für sich selbst und ihre Familien zu haben.

In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wird auf die Forderung des Handelsverbands Deutschland (HDE) nach einer generellen Öffnung des Einzelhandels an den Sonntagen bis zum Jahresende verwiesen. Damit würde den Händlern die Chance gegeben, wenigstens einen Teil des durch die Corona-Pandemie entgangenen Umsatzes nachzuholen, hatte der HDE argumentiert.

Mit Blick auf die Bundestagswahl forderte der HDE eine „Enttabuisierung“ des Themas Sonntagsöffnung. Einkaufen sei genauso Teil der Freizeitgestaltung wie der Restaurant- oder Museumsbesuch, hatte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth gesagt. Es sei „höchste Zeit, diese systematische Benachteiligung der Händler zu beenden“.

Durch Sonntagsöffnungen würden lediglich Umsätze von der Woche auf das Wochenende verschoben, hält die Allianz dem entgegen. Da Sonntagsöffnungen höhere Kosten verursachten, werde zudem „der in der Branche bereits laufende Verdrängungs- und Vernichtungswettbewerb angeheizt“. Dass es bestimmt Berufe gebe, in denen die Sonntagsruhe nicht einzuhalten sei, werde von der Allianz nicht bestritten, heißt es in den Brief. „Jede Ausweitung darüber hinaus ist nicht nötig und wird von uns abgelehnt.“

Träger der „Allianz für den freien Sonntag“ sind unter anderem Verdi, die Katholische Betriebsseelsorge, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung und der Evangelische Verband Kirche Wirtschaft Arbeitswelt.

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4 Antworten

  1. Eigentlich ist es doch ganz einfach:
    In Geschäften die Sonntags öffnen kaufe ich auch sonst nicht mehr ein.

    Denn diese “Geschäftemacher” nehmen weder Rücksicht auf ihre Angestellten, denen der letzte gemeinsame Ruhetag geraubt wird,
    sie verstoßen gegen Gottes Gebot,
    noch achten Sie das Grundgesetz,
    siehe Art. 140: “Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.”
    und verstoßen gegen Gottes Gebot:

    Als Buchtipp: “Der Befehl zum Faulenzen”
    https://www.scm-shop.de/der-befehl-zum-faulenzen.html

  2. Wer ein einem Gebot Gottes außer Kraft setzt( Lebensschutz, Entwendung fremden Eigentums- Diebstahl), braucht sich nicht wundern wenn andere gute Lebensregeln die Bedeutung verlieren.
    Du sollst den Feiertag heiligen, hat Gott gesagt.
    Viel früher als die Gewerkschaft, die erkannt hat, welch hohen Wert der Feiertag, für jeden, für die Familie, hat!
    Wenn nun der Sonntag auch noch als Feiertag und Ruhetag abgeschafft werden soll, zeigt das wie weit wir von Gott weg sind. Als ob Konsum alles wäre! Man kann nichts in den Tod hinüber nehmen.
    Jesus hat schon gesagt: du Narr! Heute wird man deine Seele von dir fordern! Was zählt dann? Der Besitz wahrlich nicht!

  3. Es ist zwar gut ,daß die Kirchen an das 3.Gebot erinnern aber es wird auch Zeit, daß sich die Kirchen wieder auf die ureigenen Aufgaben der Verkündigung besinnen. Wieder offene , freie Präsens – Gottesdienste mit Abstand , Gesang , unter Beachtung der sonstigen Regeln, aber nicht mehr länger nur DIGITAL !. Kümmern ja, aber erst an die eigenen Aufgaben nach Mt. 28, 18- 20 denken !

  4. Der Sonntag muß wieder verstärkt arbeitsfrei sein, Ausnahmen nur da, wo es unumgänglich ist:
    – Pflege- und Gesundheitswesen
    – Öffentliche Daseinsfürsorge wie Polizei und Rettungswesen
    – Öffentlicher Verkehr mit Bus und Bahnen
    – Industrieanlage, deren Anfahr- und Herunterfahrprozeß mehrere Tage in Anspruch nimmt (Raffinerien, Chemiebetrieb)
    – Versorgung mit Strom, Gas und Trinkwasser

    Selbst Restaurants müssen nicht an Sonn- und Feiertagen geöffnet sein. Das hat nicht einmal nur mit dem Christentum zu tun, nein, Familien brauchen gemeinsame Zeit, um zu funktionieren und gemeinsame Erlebnisse zu haben. Die müssen und sollten nicht in schwachsinnigem Konsum bestehen.

    Ich bin dafür, daß die Läden von Montag bis Freitag spätestens um 18:30 Uhr schließen müssen, an Sonnabenden um 14 Uhr. Und Schluß mit den Sonderöffnungen an Sonntagen aus allen mögliche fadenscheinigen Gründen. Als das die Regel war, ist auch niemand verhungert, verdurstet oder nackt gelaufen, weil er nicht einkaufen konnte.

    Und: Man kann jungen Menschen nur abraten, einen Beruf in einem dieser Zweige zu wählen, also keinesfalls im Einzelhandel oder in der Gastronomie eine Ausbildung machen. Die Arbeitszeiten sind mies, Sie arbeiten, wenn andere frei haben, es gibt wenig Urlaub und die Bezahlung ist mies. Wenn die keine Arbeitskräfte mehr haben, überlegen sie sich, wann sie die wenig verbliebenen Mitarbeiter noch einsetzen und nicht auch noch vergraulen.

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