Politik | 08.12.2014

Michael Diener ist Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Deutschland. Das Netzwerk hat am Montag ein Verbot der Suizidbeihilfe gefordert

Michael Diener ist Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Deutschland. Das Netzwerk hat am Montag ein Verbot der Suizidbeihilfe gefordert
Foto: pro

Evangelikale gegen Sterbehilfe

Die Deutsche Evangelische Allianz hat sich für ein Verbot der Suizidbeihilfe in Deutschland ausgesprochen. Im kommenden Jahr will der Deutsche Bundestag darüber entscheiden.

Ein „bedingungsloses Nein zum aktiven Beenden menschlichen Lebens“ fordert das Netzwerk der Evangelikalen in Deutschland von den Abgeordneten des Bundestages. Das teilte die Allianz am Montag mit. „Wir sind tief davon überzeugt, dass jeder Mensch, vom Zeitpunkt der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle an bis zu seinem natürlichen Lebensende, als Gottes Geschöpf der menschlichen Willkür entzogen ist“, begründet die Organisation ihre Forderung.

Die Allianz warnt weiter vor einem Dammbruch in Sachen Sterbehilfe, sollte die Politik kein Verbot erlassen. „Die ‚Beihilfe‘, dann das ‚Nachhelfen‘ und schließlich das ‚Töten auf Verlangen‘“ werde „zunehmen“, heißt es in der Stellungnahme. Zudem werde ein „unmenschlicher“ und „unwürdiger“ Druck auf Alte, Kranke und Behinderte erhöht, „freiwillig aus dem Leben zu scheiden“.

Christliche Mediziner fordern Lebensschutz

Ähnlich hatte sich vor einigen Wochen auch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Mediziner in der Studentenmission in Deutschland (SMD) geäußert. Die Organisation hatte in einem Schreiben an die Abgeordneten des Bundestages vor einer „Aufweichung des Lebensschutzes“ gewarnt: „Belastete bzw. für ihre Umgebung belastende Menschen gerieten durch eine liberale Regelung der Suizidbeihilfe zunehmend unter Druck, auf diese Weise aus dem Leben zu scheiden – ob sie sich nun Dritten verpflichtet fühlen oder von diesen sogar offen angesprochen werden. Wo gute Gründe die (Selbst-)Tötung erlauben, wird man bald bessere Gründe brauchen, um ein Weiterleben zu rechtfertigen!“

Außerdem kritisieren die Mediziner einen manipulativen Sprachgebrauch beim Thema, indem Suizidbeihilfe mit der Wahrung der Menschenwürde in Zusammenhang gebracht werde: „Den Zustand kranker, behinderter, hilfsbedürftiger Menschen als ‚unwürdig‘ zu bezeichnen, kommt aber einer Entwertung dieser Menschen gleich.“

Im November hatte der Bundestag erstmals zum Thema Suizidbeihilfe im Plenum getagt. Derzeit zeichnet sich eine Mehrheit für ein Verbot sogenannter Sterbehilfevereine ab. Allerdings sind viele Abgeordnete noch unentschlossen. Eine Entscheidung zur weiteren rechtlichen Regelung ist für Herbst des kommenden Jahres vorgesehen. (pro)

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