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Politik

Christenverfolgung: "Die Macht des Gebets"

Die Freiheit für Muslime, Gotteshäuser in Deutschland zu bauen, soll auch für Christen in islamischen Ländern gelten. Das forderte der Vorsitzende der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion auf dem "Christustag" in Herrenberg und in Reutlingen vor weit mehr als 2.500 Besuchern. Außerdem appellierte er an die Zuhörer, verstärkt für bedrängte Glaubensgeschwister zu beten.
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"Bei uns ist es keine große Herausforderung, sich zu Gott zu bekennen – oder auch nicht zu bekennen. In anderen Ländern ist das schwierig", sagte der Fraktionsvorsitzende. "Menschen, die sich trotz Verfolgung zum Christentum bekennen, sind ein Vorbild für uns." Kauder betonte, dass er sich nicht gegen Muslime stellen wolle, sondern "ich verlange nur eines: dass die Freiheit, die Anerkennung und die Möglichkeiten für Muslime, Moscheen zu bauen", auch für Christen und ihre Gotteshäuser in anderen Ländern gelten müsse. Der Unions-Fraktionschef rief alle Christen dazu auf, für verfolgte Christen zu beten und "die Macht des Gebetes neu zu entdecken". Er sei "überzeugt davon, dass Gebet etwas bewirkt". Denn: "Wir haben eine Verantwortung für unsere Glaubensbrüder."

Christenverfolgung in islamischen Ländern nimmt zu

Das betonte auch Markus Rode, Leiter der Organisation Open Doors Deutschland, die sich für verfolgte Christen einsetzt. Leider sei Christenverfolgung immer noch ein "unterbelichtetes Thema". Es sei wichtig für Christen, "dass wir unsere Stimme geben. Wir wollen deutlich machen, dass es einen Leib Christi gibt und keinen fragmentierten." Besorgt zeigte sich Rode über die Lage verfolgter Christen in muslimischen Ländern: "Leider wird es immer schlimmer." In Nigeria gebe es "immer mehr Selbstmordattentäter, die gezielt vor Kirchen gehen und sich in die Luft sprengen". Andererseits wachse die Kirche gerade in den Regionen sehr stark, in denen sie am meisten verfolgt werde.

Wolfgang Baake, Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP und Beauftragter der Evangelischen Allianz am Sitz des Bundestags und der Bundesregierung, betonte, dass die Präsenz von Christenverfolgung in den Medien den verfolgten Menschen enorm helfe. "Jede Erwähnung in den Medien führt dazu, dass die Regierungen der Verfolgungsländer anders mit den Menschen umgehen." Es sei erfreulich, dass sich einige Medien in der letzten Zeit verstärkt mit dem Leid verfolgter Christen auseinander setzen. Im Fernsehen werde das Thema aber noch vernachlässigt. "Beten Sie, dass diese Themen auf die Tagesordnung von großen Talkshows kommen", sagte Baake.

Der "Christustag" fand 2012 in Baden-Württemberg an 19 Orten parallel statt. Das Thema in diesem Jahr hieß "Jesus unverändert". (pro)


VON: pro | 07.06.2012

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