Politik
"Roland Berger Preis für Menschenrechte" für Helmut Kohl
Roland Berger und Horst Teltschik, langjähriger Berater von Helmut Kohl, bei der Bekanntgabe des diesjährigen Preisträgers
Foto: rolandbergerstiftung.org
Helmut Kohl erhält nach Angaben Bergers die Auszeichnung "für sein historisches politisches Lebenswerk, das in der Vertiefung der europäischen Integration und in der Wiedervereinigung Deutschlands sowie dessen Eingliederung in das vereinigte Europa und das westliche Bündnissystem seinen Höhepunkt gefunden hat". Kohl habe "die deutsche Einheit vollendet, als sich die historische Chance dazu bot".
"Damit wurde für die fast 17 Millionen deutschen Bürger des ehemaligen Unrechtsstaates DDR ein Leben in Freiheit und Menschenwürde Wirklichkeit. Auch sie stehen seither unter dem Schutz von Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes: 'Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt'", teilte die Stiftung weiter mit. Im 20. Jahr der deutschen Einheit werde mit dem Preis an Kohl "die Leistung eines großen Europäers" gewürdigt.
Dem Preisvergabekomitee gehören neben Berger der ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan, die beiden Nobelpreisträger Shirin Ebadi und Muhammad Yunus, die Ärztin und Schauspielerin Maria Furtwängler, der ehemalige deutsche Außenminister und Vizekanzler Joschka Fischer und der frühere Staatssekretär Gert Haller, bis 2009 Chef des Bundespräsidialamtes, an.
DDR widersprach christlichem Menschenbild
Weiter heißt es zur Begründung: "Das Unrechtsregime in einem Teil Deutschlands, in dem staatliche Willkür und systematische Unterdrückung zum Alltag gehörten, widersprach Kohls christlichem, freiheitlichem und demokratischem Grundverständnis zutiefst. Menschenrechte und Menschenwürde zu fördern und der Wille, Deutschland als verlässlichen Bündnispartner in der NATO und Europäischen Gemeinschaft zu verankern, begründet sein politisches Handeln." Letztlich habe die Vision eines einigen Europas den "Kanzler der Einheit" nach dem Mauerfall auch auf seinem Weg zur Vollendung der Einheit Deutschlands angetrieben. Helmut Kohl werde das Preisgeld zur Förderung von Menschenwürde und Menschenrechten einsetzen.
Der Roland Berger Preis für Menschenwürde wird 2010 zum dritten Mal vergeben. Er ehrt natürliche oder juristische Personen, "die sich vorbildlich und erfolgreich um die Achtung, Förderung und den Schutz von Menschenwürde und Menschenrechten verdient gemacht haben und dies auch künftig tun werden". Eine Preisträgerin war die Kambodschanerin Somaly Mam, die sich gegen die sexuelle Versklavung von Kindern und jungen Frauen vor allem in Asien einsetzt.
Die internationale Organisation "Reporter ohne Grenzen", weltweit engagiert für die Pressefreiheit, Journalisten und Medien, sowie die iranische Menschenrechtsaktivistin und Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi sind weitere Preisträger.
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Herbert Huber | 19.02.2010 21:27:55
Das ist noch lustiger als der Friedensnobelpreis an Obama. Helmut Kohl ist der "gewohnheitsmäßige Verfassungsbrecher" taz, 28.9.2000, S.1. Wo und wann hat dieser bisher mässigste Kanzler der Bundesrepublik die Menschenrechte und Menschenwürde gefördert?