Belgier wollen Kreuze verbieten
Belgische Politiker debattieren derzeit über die Trennung von Staat und
Kirche. Sollte der geplante Gesetzesentwurf in Kraft treten, könnte
das bedeuten, dass Kreuze von Friedhöfen verbannt werden. Sie dürften dann
nicht mehr an zentraler Stelle oder im Eingang, beispielsweise als Gedenkkreuz
oder Friedhofssymbol, stehen. Das berichtet die Tageszeitung "Die
Welt". Demnach sollen nur noch Kreuze auf individuellen Gräbern zugelassen
sein.
Weitere Folgen könnten sein, dass öffentliche Angestellte
keine Kopftücher oder andere religiöse Zeichen mehr tragen dürfen. Marienbilder
und Kruzifixe wären dann in öffentlichen Gebäuden verboten. Zudem soll das
"Te Deum", das Lied "Großer Gott wir loben Dich", in
der Brüsseler Kathedrale zum Nationalfeiertag am 21. Juli nicht mehr gesungen
werden. Immerhin: Kirchen dürften ihre Kreuze auf der Spitze behalten, wenn es
zu dem Gesetz kommt. Sie gelten als Privatbesitz. Schwierig könnte es für Geistliche
werden, die bisher aus Staatsgeldern bezahlt wurden. Laut der Tageszeitung
"Nürnberger Nachrichten" wäre das nach neuem Gesetz unzulässig.
Den Vorschlag zum Gesetzesentwurf machten die
französischsprachigen Sozialisten. Sie werden von den flämischen Liberalen
unterstützt. Alle großen Parteien mit Ausnahme der flämischen Christdemokraten
und Sozialisten haben sich für den Gesetzentwurf ausgesprochen, der eine
vollständige Trennung von Staat und Kirche vorsieht. Es ist völlig offen, wie
das Parlament abstimmen wird.
Als Grund für die Attacke auf die Religionsgemeinschaften
sehen die "Nürnberger Nachrichten" nicht etwa eine wachsende
Entchristlichung der belgischen Gesellschaft, sondern die immer lauter werdende
Ablehnung der Islamisierung durch die Landsleute mit Einwanderungshintergrund.
Ähnlich wie kürzlich in der Schweiz wünschten viele ein Verbot muslimischer
Symbole. Die Konsequenz daraus könnte auch die Christen treffen. (pro)
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Gabriella Miller | 21.12.2009 09:19:30
Sehr geehrte Damen und Herren, beim lesen Ihren o.g. Artikel, bin ich als gebürtige Belgierin empört. Ich lebe zwar schon 43 Jahre als deutsche in Deutschland durch Heirat. Ich lebe gerne in Deutschland, aber meinen Wurzeln sind und bleiben in Belgien. Deshalb bin ich schockiert als Christin über dieses Vorhaben. Wo leben wir eigentlich. Belgien war und ist doch ein christliches Land. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Mit freundliche Grüßen, Gabriella Miller
I.M. Zweifel | 16.12.2009 21:01:10
Da bleibt die Frage. Werden der Halbmond und der Stern auch verboten?
Alex | 16.12.2009 18:03:42
Eine Farce. Mit Islamkritik hat das allerdings ganz sicher nichts zu tun. Christentum und Islam sind trotz gewisser gemeinsamer Wurzeln im Judentum derart konträr, dass man beide nicht in einen Topf werfen sollte.
Kreuzenbeck, Johannes | 16.12.2009 17:07:05
Ich frage mich, in welch gottloser Gesellschaft wir gelandet sind. Wer gibt Politikern das Recht, solche entscheidungen zu treffen. Ich rufe alle katholischen Belgier auf, sich diesem geplanten Gesetz mit Nachdruck zu widersetzten. Und bei den nächsten Wahlen darauf zu achten, wem man seine Stimme gibt. Man achte auf die Wölfe im Schafspelz, die überall in Europa herumlaufen. Sie haben kein Recht uns zu regieren. Wann endlich werden wir Bewohne des christliichen Abendlandes aufwachen und uns gegen die Feinde Jesu Christi stemmen? gez. Johannes Kreuzenbeck
Tamasz | 16.12.2009 11:47:29
@loyalbushie Also bitte! Es sind sicherlich ncht die Islamkritiker, die sich die "Entchristlichung" wünschen. Wer aus dem Schweizer Votum den Schluss zieht "Dann müssen wir aber auch die christlichen Symbole entfernen", dem kann ich nur sagen: Nein, müssen wir nicht! Dass nach der Entfernung der Kreuze auch die Kopftücher in öffentlichen Behörden abgenommen werden müssen, das glauben Sie doch wohl selbst nicht.
Wut | 16.12.2009 11:13:19
Der Anfang vom Ende!
loyalbushie | 15.12.2009 21:33:08
Man sieht, wes Geistes Kind die hauptberuflichen "Islamkritiker" wirklich sind. Gibt es dann bald statt des Kreuzweges den "Hammer- und Sichelweg"? :) Vielleicht sollte sich die politische Klasse in Belgien doch um andere Dinge kümmern, etwa um die Aufarbeitung der eigenen Verwicklungen in den Dutroux-Skandal...