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Göring-Eckardt: Verständlich und lebensnah von Gott reden

In Sachen Glauben liegt Ostdeutschland weltweit auf dem letzten Platz. So oder so ähnlich lauteten die Schlagzeilen, als vor einer Woche eine Studie der Universität Chicago vorgestellt wurde, die Länder nach ihrem Gottesglauben untersucht hatte. Warum der Atheismus in dieser Gegend so ausgeprägt ist und welche Chancen die christliche Mission hat, erklärt die Präses der EKD-Synode, Katrin Göring-Eckardt, im "Welt"-Interview.

Damit reagiert sie auch auf die Aussagen des katholischen Schriftstellers Martin Mosebach (pro berichtete), der – ebenfalls in einem "Welt"-Interview – den Protestantismus mitverantwortlich gemacht hat, für das Schwinden des Gottesglaubens in Ostdeutschland. Göring-Eckardt weiß bei dem Thema, wovon sie spricht. Sie studierte zu DDR-Zeiten Theologie und ist mit einem Pfarrer in Thüringen verheiratet. Neben der DDR-Zeit und dem dort verordneten Atheismus, sieht sie einen weiteren Indikator darin, dass "der politische Widerstand in der DDR zwar unter dem Dach der Kirche stattfand, aber nicht als religiös motiviert wahrgenommen wurde".

Die meisten verstehen Glauben nicht

Am derzeitigen Status sei aber nicht alleine die DDR schuld. Bereits im 19. Jahrhundert sei der Gottesglaube in Ost-Deutschland schwächer geworden. Dies habe mit der Abkehr von christlich geprägten Beerdigungsformen begonnen. Die These Mosebachs sieht die EKD-Präses kritisch: "Dass durch die Reformation die Menschen mündig wurden, hat sie mitnichten von Gott weggetrieben. Im Übrigen spricht gegen Mosebachs These, dass die Menschen in katholisch geprägten Ländern wie Tschechien oder Frankreich dem Gottesglauben im Durchschnitt heute ferner stehen als die Menschen in Gesamtdeutschland."

In Ostdeutschland könne man lediglich bei einer Minderheit von gefestigten Atheisten sprechen: "Die meisten sagen, dass sie das ganze Thema Glauben nicht verstehen." Ihnen fehle der Bezug vom Glauben zum realen Leben. Auch die Bedeutung des Kreuzes sei nicht eben leicht zu verstehen, so Göring-Eckardt. "Für uns ist dieser Eindruck der Irrelevanz für die theologischen Aussagen eine große Herausforderung", erklärt die Theologin. Kirche müsse für die Menschen ein Ort sein, an dem sie heil würden und nicht, wo es dunkel und problembeladen zugehe. Göring-Eckardt weiter: "Wir stehen vor der schwierigen Aufgabe, über Gott wieder so verständlich und lebensnah, aber auch tief und gehaltvoll zu sprechen, wie es Gott selber ist."

Auch über die Zweifel offen reden

Konsequenterweise müssten Christen ihren Glauben nicht als bloße Privatsache begreifen, sondern die Botschaft der Bibel in die Welt tragen, wie es in Matthäus 28,28 gefordert werde. Dabei bekennt die Theologin ganz offen: "Sicher ich fühle mich oft getragen von meinem Glauben an Gott; aber ich gehöre nicht zu den Hundertprozentigen, sondern kann auch über meine Zweifel offen reden. Und ich glaube wohl, dass wir in der Kirche mitunter zu schnell und zu viel Antworten geben auf Fragen, die noch gar keiner gestellt hat."

In Bezug auf das Reformationsjubiläum gelte es, das Freiheitsversprechen zu verdeutlichen. Zudem wünscht sich Göring-Eckardt bei der Erinnerung an die Reformation "die Zuwendung zum Ursprung, zum biblischen Text. Es wäre schön, wenn wir Menschen damit anrühren könnten. Wir stehen in neuer Form vor Luthers Aufgabe: Wir haben die Bibel zu übersetzen, nicht mehr ins Deutsche, sondern ins Leben der Menschen in ganz Deutschland". (pro)

VON: jw | 28.04.2012

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Kommentare [3] >>>

  • Thomas | 04.05.2012 22:20:30

    Zitate: Göring-Eckardt weiter: "Wir stehen vor der schwierigen Aufgabe, über Gott wieder so verständlich und lebensnah, aber auch tief und gehaltvoll zu sprechen, wie es Gott selber ist. Zudem wünscht sich Göring-Eckardt bei der Erinnerung an die Reformation "die Zuwendung zum Ursprung, zum biblischen Text. Es wäre schön, wenn wir Menschen damit anrühren könnten. Wir stehen in neuer Form vor Luthers Aufgabe: Wir haben die Bibel zu übersetzen, nicht mehr ins Deutsche, sondern ins Leben der Menschen in ganz Deutschland" Dann müsste die Kirche endlich anfangen und selbst nach der Bibel leben und entsprechende Entscheidungen treffen - wie gesagt: konsequent. Dann kann es z. B. keine schwulen Pfarrer geben etc. Die Kirche muss selbst bekennen! und nicht hin und her wanken.

  • emporda | 04.05.2012 15:26:32

    Religionen untergraben die Autorität der Wissenschaft durch Negierung historischer Realität und Fakten. Im ewigen All-wissen schwurbelt der RKK Großinquisitor im Mai 1990: „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der hat einen persönlichen Defekt, ein ungenügend gebildetes Gewissen, eine sündige Verfasstheit, eine auf Vorurteilen beruhenden Geist der Kritik und huldigt der Untreue gegen den Heiligen Geist.“ Ein Christ der Kinderficker Sekte hat keine Moral oder eigenen Willen, ohne sklavischen Glauben an Gott ist er ein NICHTS. Er darf weder selber denken, noch die Inhalte des Glaubens zu hinterfragen oder Worte wie Menschenrechte aussprechen. #Die Instruktion zur Berufung von Theologen wird Mai 1990 von der Glaubenkongreation derart definiert, dass sie als Lehrfach so wenig an eine Universität gehört hat wie Voodoo, Astrologie oder Homöopathie. Das Bundesverwaltungsgericht (2005, BVerwG 2 C 31.04) entscheidet so im Fall Lüdemann. Theologen studieren 4-8 Jahre Zombilogie unter Ausblendung historischer Fakten und realem Wissen. Das agieren Dämonen, Blinde können sehen, Körperteile wachsen nach, Lebensmittel enstehen aus dem Nichts, Menschen wandeln auf dem Wasser, Tote werden zum Leben erweckt und/oder wandeln als Untote umher usw. Seit 2000 Jahren ist das pseudo-real und wird immer nur innerhalb des Irrsinns pseudo-wissenschaftlich diskutiert.

  • B. Bscheidle | 03.05.2012 12:17:44

    Über Gott reden? Der katholischen Schriftsteller Martin Mosebach konstatiert: Der Protestantismus ist mitverantwortlich für das Schwinden des Gottesglaubens in Ostdeutschland. Die „Grüne“ Theologin und Präses der EKD-Synode Katrin Göring-Eckardt erklärt, dass bereits im 19. Jahrhundert der Gottesglaube in Ost-Deutschland schwächer geworden sei. Dies habe mit der Abkehr von christlich geprägten Beerdigungsformen begonnen. Göring-Eckardt weiter: "Wir stehen vor der schwierigen Aufgabe, über Gott wieder so verständlich und lebensnah, aber auch tief und gehaltvoll zu sprechen, wie es Gott selber ist." Konsequenterweise müssten Christen ihren Glauben nicht als bloße Privatsache begreifen, sondern die Botschaft der Bibel in die Welt tragen, wie es in Matthäus 28, 28 gefordert werde. Ob über Gott zu sprechen aber der richtige Ansatz ist, möchte ich aber doch in Frage stellen. Es sollte doch vielmehr den Menschen gesagt werden, was Gott und Jesus Christus den Menschen zu sagen hat. Die Kirche hat doch schon seit vielen Jahren versäumt, die ungeschminkte Wahrheit der Bibel weiterzugeben. In der Kirche ist doch heute alles der Beliebigkeit preisgegeben. Es ist nicht „IN“ den Leuten zu sagen, dass sie ohne den Glauben an Jesus Christus verloren gehen und kein ewiges Leben empfangen werden. Heute ist alles relativiert und erlaubt, was Gottes Wort als Sünde bezeichnet. Die wissenschaftlich geschulten Theologen bewegen sich leider alle in ganz anderen Sphären und hängen sich an die „political correctnis“. Wer den Menschen die biblische Wahrheit vorenthält, macht sich an ihnen schuldig!



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