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"Weil sie Christen sind": Frauen in Iran inhaftiert

Zwei iranischen Christinnen stehen ein Prozess und eine mögliche Todesstrafe bevor. Das berichtete die "Bild"- Zeitung in ihrer Ausgabe vom Montag unter der Überschrift "Diesen Frauen droht der Tod". Die jungen Frauen waren vom Islam zum Christentum konvertiert und befinden sich trotz internationaler Proteste, etwa in Deutschland, seit März dieses Jahres in einem iranischen Gefängnis.

Bei den Inhaftierten handelt es sich um die 27-jährige Maryam Rostampour und die 30-jährige Marzieh Amirizadeh Esmaeilabad. Gegenüber der "Bild"-Zeitung sagte Sabatina James, österreichisch-pakistanische Autorin und ebenfalls Konvertitin, bezüglich der Haftbedingungen der Frauen: "Sie sitzen in Einzelhaft, werden mit verbundenen Augen verhört, fünfmal am Tag ausgepeitscht und Essensrationen sind auf das Minimum reduziert."


Laut "Bild"-Zeitung steht ihnen nun in Teheran ein Schauprozess bevor, dessen möglicher Ausgang die Todesstrafe ist. Seit September 2008 kann nach iranischer Rechtssprechung der "Abfall vom Islam" mit dem Tod bestraft werden. Rechtskräftig wird das Urteil, wenn der islamische Wächterrat zugestimmt hat.

Demonstranten fordern Freilassung der Iranerinnen

Bereits am 15. August protestierten 120 Menschen vor der iranischen Botschaft in Berlin unter dem Motto "Religion ist ein Menschenrecht" für die Freilassung der beiden inhaftierten Frauen. Die "Internationale Gesellschaft für Menschenrechte" (IGFM) hatte gemeinsam mit der "Bürgerbewegung Pax-Europa" (BPE) zu einer Demonstration aufgerufen. Unter den Teilnehmern der Mahnwache befanden sich auch Muslime, die zum Christentum übergetreten waren.

Während der Veranstaltung kritisierte René Stadtkewitz, Berliner Abgeordnete für die CDU und Mitglied im Bundesvorstand der BPE, eine "Unvereinbarkeit des Islam" mit dem christlich-jüdisch geprägten Werte- und Rechtssystem Deutschlands. Der Blick auf die Islamische Republik Iran zeige, wie ein Gesellschaftssystem funktioniere, wenn es auf Koran und Scharia aufgebaut sei.

Wilfried Puhl-Schmidt, Vorstandsmitglied der BPE, kritisierte die mangelhafte Berichterstattung der Medien über Schikanen, Ausgrenzungen, Bedrohungen und Verfolgung gegenüber Nichtmuslimen im Ausland. Er forderte zudem stärkere Zusammenarbeit von Menschenrechtsorganisationen und Bürgerbewegungen, um gegen die Verfolgung von Christen und anderer verfolgten Nichtmuslime in islamischen Ländern öffentlich zu protestieren.

Die BPE ist ein unabhängiger Verein, der sich für die "Bewahrung der christlich-jüdischen Tradition" sowie die "Erhaltung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung" einsetzt. Die Bürgerbewegung distanziert sich von Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Die IGFM ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich auf internationaler Ebene für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt und humanitäre Hilfe leistet. (PRO)


VON: rs | 01.09.2009

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