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Musik

Islamisten stoppen Lady Gaga

Eigentlich wollte der Superstar Lady Gaga am 3. Juni in Indonesien ein großes Konzert geben. Doch nach Protesten von Islamisten hat die Polizei das Konzert in Jakarta abgesagt.

Laut der "Frankfurter Rundschau" sagte der indonesische Polizeisprecher Boy Rafli Amar, dass muslimische Gruppierungen Einwände gegen die exzentrische Sängerin erheben. Ihre Auftritte seien nicht mit der indonesischen Kultur vereinbar. Vor allem die radikale Organisation "Islamische Verteidigerfront" (FPI) hatte protestiert. Die Sängerin stehe mit dem Teufel im Bunde und fördere die Homosexualität, erklärten die strenggläubigen Moslems. "Wir werden sie davon abhalten, unser Land zu betreten. Sie sollte es besser nicht wagen, ihren satanischen Glauben in diesem Land zu verbreiten", drohte Salim Alatas, Vorsitzender der Organisation "Islamische Verteidigerfront" aus Jakarta. "Ihr Stil ist vulgär, ihre sexuelle und unanständige Kleidung zerstören den Sinn für Moral unserer Kinder. Sie ist sehr gefährlich", sagte Alatas, wie die "Deutsch-Türkischen Nachrichten" berichten.

In der FPI organisierten sich halbkriminelle Gangs, die Moral und Anstand als Vorwand für ihre Taten lieferten, meldete die "Deutsche Presseagentur" (dpa). Die Gangs griffen immer wieder Bars an, störten Popkonzerte und verhinderten den Bau von christlichen Gotteshäusern.

Indonesien ist die Nation mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung. Etwa 88 Prozent der 240 Millionen Einwohner sind Muslime, 9 Prozent sind Christen. Durch eine wachsene Mittelschichte und eine blühende Wirtschaft kamen in dem letzten Jahr immer mehr internationale Stars nach Indonesien wie Katy Perry, Justin Bieber oder Kylie Minogue. Die religiöse Toleranz in dem Land fängt an zu schwinden, heißt es im dpa-Bericht.

Das Konzert im Rahmen ihrer "Born This Way Ball"-Welttour ist vom Konzertveranstalter bisher nicht abgesagt worden. Er wirbt weiterhin auf seiner Internetseite für das Konzert im Gelora-Bung-Karno-Stadion in der Hauptstadt Jakarta. 30.000 Karten seien schon verkauft worden, berichten örtliche Medien. Die jungen Menschen seien entschlossen, die 26-Jährige live zu sehen und demonstrierten über Facebook und Twitter ihre Solidarität mit dem Star. "Wenn es stimmt, dass das Konzert abgesagt worden ist, dann ist Indonesien weder eine Demokratie noch ein Rechtsstaat", wettert ein Fan via Twitter.

Ärger auch in Südkorea

Bereits vor ihrem Konzert in Südkorea gab es viel Kritik an Lady Gaga. Die christliche Vereinigung "Alliance for Sound Culture in Sexuality" wollte einen Auftritt der Amerikanerin verhindern. Ein Sprecher sagte: "Wir beten dafür, dass das Konzert von Lady Gaga nicht stattfindet. Homosexualität und Pornografie dürfen nicht verbreitet werden."

Doch die Sängerin ließ sich von den Protesten in Südkorea nicht abbringen. Sie twitterte: "Ich werde auftreten … und wenn es mich umbringt!", wie "Showbiz.de" berichtete. Das Konzert fand statt, doch durfte es nur von über 18-jährigen besucht werden. (pro)


VON: asr | 15.05.2012

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Kommentare [2] >>>

  • freigeist | 17.05.2012 18:58:57

    Ihre Aussage wird sich daran messen lassen, ob sie vor muslimischen Fundamentalisten ebenso mutig ist. In Suedkorea hatte sie nicht viel boeses zu erwarten. Obwohl ihre Aussage etwas anderes suggeriert. Und genau darin liegt die unfaire Polemik. Selbst ernanntes Maertyrertum wirkt vor dem Hintergrund von Suedkoreanischer Selbstberrschungskultur eher Laecherlich.

  • T.Brandt | 15.05.2012 17:16:36

    Vor einiger Zeit hat Ron Kubsch einen lesenswerten Artikel in Factum über Lady Gaga geschrieben. http://www.theoblog.de/lady-gaga-meisterin-der-provokation/11777/

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