Amerikanische Republikaner: Keine Chance in der deutschen Presse
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Es war eine harte Woche für die Obama-Fans unter den deutschen Journalisten – und davon gibt es viele. In Iowa hat nach einer Diskussionsrunde die erste Probeabstimmung darüber stattgefunden, welcher Republikaner Barack Obama bei der Präsidentschaftswahl 2012 herausfordern und für seine Partei in den Wahlkampf ziehen soll.
Für die Kandidaten, die sich erdreisten, die Politik Obamas zu kritisieren, reicht den deutschen Journalisten das Attribut "konservativ" nicht mehr aus. "Erzkonservativ" muss es schon mindestens sein, wenn nicht gar "radikal" oder "reaktionär". Für den "Focus" beispielsweise ist der Erfolg des texanischen Gouverneurs Rick Perry bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze weniger wichtig als die Tatsache, dass er beim Joggen oftmals eine Schusswaffe am Gürtel trägt – nach eigenen Angaben zum Schutz vor wilden Tieren und, das verschweigt der "Focus": im völligen Einklang mit der texanischen Gesetzeslage und Kultur. Zum politischen Programm der Kongressabgeordneten Michele Bachmann gehört unter anderem die Unterstützung eines Verfassungszusatzes, der die Ehe als "eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau" definieren soll. Selbst für die oft so konservative "Bild"-Zeitung ist das Grund genug zu schreiben, Bachmann habe sich "mit Tiraden gegen Homosexuelle" einen Namen gemacht.
Wer betet, gilt als gefährlich
Das Bekenntnis mancher Kandidaten zu Jesus Christus und regelmäßigem Gebet wird von den Medien in Deutschland als ihr primäres Merkmal herausgegriffen, verspottet und als Gefahr dargestellt. Wirtschaftspolitische Anliegen beispielsweise fallen dabei unter den Tisch. Barack Obama wird am Ende seiner vierjährigen Amtszeit deutlich höhere Schulden gemacht haben, als George W. Bush es während seiner achtjährigen Präsidentschaft tat. Ein Viertel der gesamten US-Staatsverschuldung ist in den ersten zweieinhalb Jahren nach Obamas Amtsantritt entstanden. Kandidaten wie Michele Bachmann, die der Bürgerbewegung "Tea Party" für einen schlanken Staat nahestehen, wollen die Staatsausgaben deutlich senken und eine Art "Schuldenbremse" einführen.
Unter den republikanischen Anwärtern auf die Kandidatur ihrer Partei befinden sich mehrere engagierte Christen. Sie versprechen, in wichtigen ethischen Fragen wie etwa Abtreibung einen ganz anderen Kurs einzuschlagen als Barack Obama. Nur drei Tage nach seiner Vereidigung unterzeichnete der 2009 eine Verfügung, die ein Gesetz George W. Bushs für nichtig erklärt, wonach Organisationen, die Abtreibungen vornehmen, keine staatlichen Gelder erhalten sollen. Nicht nur in diesem Punkt wäre von einem republikanischen Präsidenten ein deutlicher Politikwechsel zu erwarten.
Wer Obamas Herausforderer werden wird, entscheidet sich ab Januar 2012 in einem mehrmonatigen Vorwahlprozess. Bis zur Präsidentschaftswahl am 6. November 2012 bleibt also noch Zeit. Zeit, die die deutschen Medienmacher hoffentlich nutzen, auch Kritiker von Präsident Obama fair zu behandeln und zu Wort kommen zu lassen. Ohne eine Vorverurteilung gegenüber denen, die sich zum christlichen Glauben bekennen. (pro)
Kommentare [17] >>>
Weiterführende Links zu dem Thema
- Fromme Republikaner fordern Obama heraus [pro]
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Hardi | 22.08.2011 14:56:24
Ich wundere mich schon über manche Kommentatoren, die zwar immer gerne eine wie auch immer geartete soziale Verpflichtung christlicher Politiker einfordern, aber das Thema Abtreibung links liegen lassen. Es geht hier um nicht mehr oder weniger, als um die staatlich legitimierte Ermordung unschuldiger Menschen im Mutterleib! Denkt auch einmal an die Verhältnismäßigkeiten! Barack Obama ist verantwortlich, dass die Abtreibungen in den USA stärker gefördert werden, als jemals zuvor! Sogar extrem grausame Abtreibungsmethoden, bei denen lebensfähigen Babys ein Loch in den Kopf gestoßen und das Gehrin abgesaugt wird, wurden unter seiner Präsidentschaft wieder erlaubt! Da interessiert es mich als Christ wirklich nicht mehr, ob er angeblich für mehr soziale Gerechtigkeit eintritt oder, ob er ein paar Bäume vor dem Waldsterben gerettet hat!
Markus J. Jesgarz | 22.08.2011 11:56:22
Die Geburtsurkunde von Barry Soetoro ist meiner Meinung nach eine Fälschung! Die Beweise sind die folgenden Internetseiten: 1. http://www.youtube.com/watch?v=7s9StxsFllY 2. http://www.youtube.com/watch?v=Rj8wNnB_gew 3. http://www.youtube.com/watch?v=wQAqvtXenKg 4. http://www.youtube.com/watch?v=9QdyLOUHz-A&NR=1 5. http://www.youtube.com/user/Bigone5555J 6. http://www.youtube.com/user/livingonplanetZ Jesu Gnade und Jesu Frieden Ihnen, Markus J. Jesgarz P.S.: Die Wahrheit zu kennen ist die Vorraussetzung für die Freiheit. Aus Gottes Wort: http://www.bibleserver.com/#/text/SLT/Johannes8 Johannes 8: 31 Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!
gandalf | 22.08.2011 10:52:23
Leider zeigt sich mal wieder, dass bei solchen Themen nur wenige einen theologisch wie politisch klaren Kopf behalten können. Es ist ja unstrittig, dass in den USA es oftmals eine Schere zwischen sozial konservativen (ethische Themen wie Abtreibung, Geschlechteridentität, Familienbild, etc) und sozial bewegten (Kampf gegen Armut, Ungerechtigkeit, etc.) Christen besteht, und das ist schon bedauerlich genug. Dies sollte aber nicht den Blick verstellen, dass all dies nur Folgeeffekte oder Symptome einer tieferen Fehlentwicklung auf beiden Flügeln zugrunde liegt. Die Frage ist, ob es einen Auftrag gibt, diese Welt zu verändern, quasi das Reich Gottes Realität werden zu lassen, und wenn ja, wem genau der Auftrag gilt (das "kulturelle Mandat" nach Abraham Kuyper). Meine Ansicht hierzu ist, dass die Kirche, unabhängig ob sie definiert ist als eine institutionelle Einheit oder aber als der "Leib Christi", nicht einen solchen Auftrag hat, wohl aber alle Christen jeweils an der Stelle, wo sie in dieser Welt gemäss ihren Talenten agieren und gestalten. Leider ist das heute oftmals anders, da wird von der Kirche zu jedem Thema eine Stellungnahme erwartet und zu jeder Schieflage in der Welt soll sie Stellung beziehen und immer hoffen gewisse politische und gesellschaftliche Gruppen vor allem darauf, dass sie Schützenhilfe bzgl. ihrer eigenen Positionen bekommen. Man könnte das auch eine Instrumentalisierung der Kirche durch andere Player in der Gesellschaft ansehen. Eins aber sieht die Gesellschaft und die Medien hierzulande nicht gerne: Eine offensive Verkündigung Christi als den Retter, den Einzigen, der Hoffnung gibt, wo wir sonst nichts zu hoffen hätten. Würden eher links und "progressiv" denkende Christen bei diesem Thema nicht weithin durch Schweigen oder gar Leugnen glänzen, da bin ich sicher, bekämen sie in unseren Medien auch schlechte Presse.
Theo | 21.08.2011 20:22:12
Ich finde den Kommentar als Kommentar (!) nicht sonderlich tendenziös. Moritz Breckner hat in seiner Erwiderung dazu das Nötige gesagt. Ansonsten finde ich, dass man als Christ, was die Verteilung von staatlichen Sozialleistungen angeht, ziemlich unterschiedlicher Meinung sein kann. Das Ausüben von christlicher Nächstenliebe ist eine private Angelegenheit, und kein politisch-administratives Gebot für Politiker, mögen sie ihre Konzepte für noch so "christlich" halten und die Bergpredigt zitieren.
Claudia Sauer | 20.08.2011 23:09:31
Handelt es sich nicht auch um ein "Vor-urteil", wenn man glaubt, dass die Herausforderer Obamas, die sich zum christlichen Glauben bekennen, wirklich Christen sind? Mich widert es eher an, wenn man den christlichen Glauben dermaßen instrumentalisiert und missbraucht, um Wahlen zu gewinnen. Ihre Art aufzutreten und Obama zu attackieren erscheint mir ganz und gar nicht christlich.Ich bin der Meinung, man sollte auch in einem Artikel der Pro versuchen zu differenzieren. Das hat noch nie geschadet. Schwarz-Weiß-Denken führt immer eher zum Spalten als zum Verbinden.
Ingo Weber | 20.08.2011 14:05:52
Huch...das ist ja ein Kommentar. Dann sage ich nur: Guter Kommentar!!! So darf das auch mal gesehen werden.
nik | 20.08.2011 13:18:19
@dudu. meiner meinung ist es inhaltlich nicht richtig das die themen für die besagten republikanischen kandidaten stehen im kern themen sind die etwas mit dem christlichen glauben zu tun haben, oder mit dem evangelium an sich.
Ingo | 20.08.2011 12:53:12
Guter Bericht!!! Er ist zwar etwas Pro-Republikaner, aber das ist wohl nicht schlimm wenn man die Fülle an negativem der Mainstream-Medien sieht. Als "Kommentar" wäre es aber besser gewesen. ;-)
Moritz Breckner | 20.08.2011 11:30:43
Lieber "Blog", selbstverständlich haben wir die Schuldenzahlen nicht erfunden. 2011 und 2012 nicht mit eingerechnet, hat Obama mehr als 2 Billionen an Schulden aufgenommen (siehe unter anderem http://www.cbo.gov/ftpdocs/120xx/doc12039/HistoricalTables%5B1%5D.pdf). Da dieser Trend laut Obamas Haushaltsplan anhalten wird, ist die Prognose, zum Ende seiner Amtszeit mehr Schulden gemacht zu haben als Bush, durchaus realistisch. Lieber Marcus, wenn Politiker oder andere prominente Persönlichkeiten in den deutschen Medien wegen ihrer Aussagen zum Glauben verspottet werden, dann wird das Christliche Medienmagazin pro auch weiterhin darüber berichten. Die politischen Inhalte der erwähnten Politiker machen wir uns dabei nicht zu Eigen – wir bilden sie lediglich ab und überlassen unseren Lesern die Bewertung. Quintessenz dieses Kommentars – und es ist ein Kommentar, keine Nachrichtenmeldung! – ist lediglich der Appell an Medienmacher, auch die Argumente von Obamas politischen Herausforderern fair abzubilden. Denn das gehört zur Demokratie dazu.
Marcus | 20.08.2011 08:22:38
Ich glaube, hier liegt eine schlimme Verwechslung vor. "Konservativ" und "christlich" sind keine Synonyme! Merkwürdig, wie sehr dies aber bei PRO immer wieder als selbstverständlich vorausgesetzt wird. Manchmal muss man sich geradezu entscheiden, ob man "konservativ" oder "christlich" sein will, denn eins ist ja sicher: Was Jesus in der Bergpredigt oder in den Evangelien lehrt, lässt sich nicht im Entferntesten mit den Aussagen der rechtsextremen Republikaner in Deckung bringen, die hier zitiert werden. Warum entscheidet sich aber PRO für das Konservative statt für das Christliche? Warum lesen wir hier von joggenden Rambos mit Ballermann am Gürtel statt von Christen, die sich aktiv für Versöhnung zwischen den Menschen einsetzen? Warum ist die Missachtung der Armen und der sozial Schwachen durch eine Politik für die Reichen plötzlich erwähnenswert und der Einsatz für die Schwachen, Ausgegrenzten und Totgeschwiegenen nicht der Rede wird? Es kann nur eine Antwort geben: "Wessen Brot ich es, dessen Lied ich sing." Liebes pro-medienmagazin: Wer euch auch immer so sehr finanziell unterstützen mag, dass ihr seine rechtskonservativen, leider nicht allzuchristlichen Thesen, hier veröffentlicht - diese Anbiederung ist schon am äußersten Rande des Erträglichen. Ich appelliere im Namen aller ernsthaft sich auf Jesus berufenden Christen: Hört auf, mit dem rechten Feuer zu spielen.