Mission erfüllt?
Um den nachrichtlichen Mehrwert zu garantieren, präsentieren die Macher der Sendung auch einige Zahlen, die die Deutsche Presse-Agentur (dpa) bereits im Vorhinein veröffentlichte. 200 Millionen Menschen hätten täglich Sex? Die ProSieben-Reporter Paula Lambert und Thilo Mischke haben sich in fünf Ländern auf Recherchekurs begeben, um die Frage zu beantworten, ob es sich dabei auch um guten Sex handele.
Die "schlafmützigen Deutschen"
Der geneigte Fernsehzuschauer wird dann erfahren, dass der Franzose viermal so häufig im Swingerklub gastiert, wie der pomadige Deutsche. Der Franzose betrügt viermal so oft wie der ehrliche Deutsche. In Schweden dagegen habe jede Frau 11,8 Sexualpartner und damit doppelt "so viel wie im schlafmützigen Deutschland". Als Ausnahme wird eine Samba-Tänzerin aus Brasilien präsentiert werden. Sie erklärt nicht nur, was das Hüftschwingen mit der Liebe zu tun habe. Die Tänzerin sei mit ihrem Mann trotz aller Versuchungen schon seit neun Jahren zusammen.
Zu dieser Vorstellung von Sexualität passt ein menschenverachtender Trend, den nicht nur "Focus online" in dieser Woche aufgegriffen hat. Männer fotografieren den One-Night-Stand mit einer Frau und stellen ein Bild davon ins Netz. Nicht selten mit dem Zusatz: "Mission erfüllt". Zu sehen sind darauf ganz oder halbnackte Frauen schlafend im Bett, verwuschelt und völlig ahnungslos. Meist posiert ein Mann mit auf dem Bild – mit triumphierendem Grinsen. Nicht selten mit höhnischen Kommentaren.
Ausgelöst hat den "Bedofshame", unter diesem Schlagwort sind derzeit beim Kurznachrichtendienst "Twitter" Fotos zu sehen, durch eine Serie des Fernsehsenders "MTV". Darsteller Gary Beadle hatte dort ein Foto von sich und einer schlafenden Frau veröffentlicht – mit dem Kommentar: "How many people r doing the walk of shame hahahaha #wakeupwitharandom #awkwardtaxihome." Beadle hat inzwischen mehr als 600.000 Follower bei Twitter.
Mich interessiert Twitter nicht wirklich. Dafür bin ich großer Sportfan: Am Samstag werde ich aber nicht fernsehen. Ich bin auf einer Hochzeit zu Gast. Dort verspricht sich das Brautpaar am Mittag in der Kirche, dass sie ihren Weg gemeinsam mit Gott gehen wollen, "in guten, wie in schlechten Tagen. Bis dass der Tod sie scheidet".
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Warum eigentlich noch heiraten?
Liebe Evangelische Kirche in
Deutschland,
natürlich werden sich evangelikale
Christen über Deine neue Orientierungshilfe zum Thema Familie
aufregen, das ist so absehbar wie die Regenbogenfahne auf dem
Christopher Street Day. Als gläubige Frischverheiratete stört mich etwas ganz anderes an der Art, wie Du Familie "neu denkst".
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