Journalismus | 17.03.2016

Wird in einem Zapp-Beitrag kritisiert für ihr Eintreten im EU-Parlament für verfolgte Christen: die AfD-Politikerin, Beatrix von Storch. Bei diesen und anderen Themen bestehe eine Schnittmenge zwischen der Partei und wertekonservativen Medien

Wird in einem Zapp-Beitrag kritisiert für ihr Eintreten im EU-Parlament für verfolgte Christen: die AfD-Politikerin, Beatrix von Storch. Bei diesen und anderen Themen bestehe eine Schnittmenge zwischen der Partei und wertekonservativen Medien
Foto: blu-news.org | CC BY-SA 2.0

Helfen christliche Medien der AfD?

Sind christliche Medien eine Plattform für die AfD? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Mittwochabend die Sendung „Zapp“ des NDR. Redakteur Daniel Bouhs findet, dass konservativ-christliche Medien wie „idea“ und kath.net besonders fleißig über die AfD berichten.

Für die Macher des Beitrags in der Zapp-Sendung vom 16. März gibt es große ideologische Schnittmengen zwischen der AfD und den konservativ-christlichen Medien. Sie stellten den Fokus vor allem auf kath.net, ideaSpektrum und BibelTV. Dort könne die AfD christlich-konservative Positionen präsentierten.

Alter Wein in alten Schläuchen

Aus Sicht des Theologen und Journalisten Thomas Klatt, der in dem Beitrag zu Wort kommt, gibt es Übereinstimmungen in einem alten konservativen Familien- und Weltbild der AfD und den wertkonservativen Medien. Er bezeichnet dies als „alten Weine in alten Schläuchen, bloß mit AfD drauf“. In manchen Beiträgen werde auch darauf verwiesen, dass das C in der CDU zu kurz komme und die Menschen deswegen zur AfD wechselten.

Für den Soziologen Andreas Kemper bekommen dort Themen Zustimmung, in denen es um radikale Positionen in der Abtreibungsfrage, die Ablehnung der Homo-Ehe oder die Geschlechterpolitik geht. „Die Botschaften passen zueinander.“ Die Bundessprecherin der Vereinigung „Christen in der AfD“, Anette Schultner, habe die „Demo für Alle“ genutzt, um Widerstand gegen „Gender-Ideologen“ zu leisten. Das Aktionsbündnis setzt sich für die Wahrung der Elternrechte sowie der Ehe und Familie ein und ist gegen eine „Gender-Ideologie“ und eine Sexualisierung der Kinder.

Ausführliche Werbung für die AfD?

Die stellvertretende Parteivorsitzende der AfD, Beatrix von Storch, mache sich im Europaparlament stark für Menschen, wenn sie Christen sind, heißt es im Zapp-Beitrag. In Redebeiträgen im EU-Parlament habe sie gefordert, Christenverfolgung zu einem Top-Thema der Vereinten Nationen zu machen. In einem Artikel habe ideaSpektrum in einem Pro und Kontra danach gefragt, ob die AfD für Christen wählbar ist. In der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift dürfe die Bundessprecherin unter den Christen ausführlich für ihre Partei werben. Für den Theologen Thomas Klatt sind die angesprochenen Medien solche „mit ähnlich konservativem Stallgeruch, und da fühlen sie (die AfD-Politiker, d. Red.) sich auch irgendwo sicher und wohl“. Auch das Nachrichtenportal kath.net berichte „fleißig über die AfD“ und sei damit eine Plattform für wertkonservative Botschaften: „auch für die AfD, die immer stärker in ihr Milieu drängt“.

Keine Stellungnahme von idea und kath.net

Zu Beginn des Beitrags wird auch der Evangelist Ulrich Parzany kritisiert, der seine missionarischen Botschaften auf Bibel-TV verbreitet. In einer Stellungnahme habe sich BibelTV davon distanziert, ein politischer Sender zu sein. Die Redaktionsleiter von idea und kath.net hätten die Anfragen der NDR-Redaktion gar nicht beantwortet, teilten die NDR-Redakteure mit. Auf der Internetseite weist die Redaktion darauf hin, dass sich sowohl die Deutsche Bischofskonferenz als auch die EKD von „Strömungen mit rechtsradikalem Gedankengut“ distanziert haben. (pro)

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