Pädagogik | 07.06.2011

Eltern sollten ihre Kinder über Gefahren im Internet aufklären. Dafür stellt die Kampagne "schuetzt-endlich-unsere-kinder.de" des Vereins "Innocence in Danger" Infomaterial zur Verfügung.
Foto: fotolia / Juri Arcurs |

Aufklärung ist der beste Schutz

Mit der Kampagne "Schützt endlich unsere Kinder" wollen der Verein "Innocence in Danger" und der Privatsender "RTL 2" Eltern und Pädagogen über Gefahren im Internet aufklären. Außerdem bietet die Internetseite kostenlose Unterrichtsmaterialien und Kurzfilme.

Die Kinderschutzorganisation und der Privatsender wollen gemeinsam gegen sexuellen Missbrauch im Internet vorgehen und haben dazu Arbeitsmaterialien erstellt. "Wir wollen sexuelle Anmache und Übergriffe, sowie deren Anbahnung im Internet verhindern", heißt es auf der Webseite der Kampagne. Eltern und Fachkräfte sollen außerdem Informationen erhalten, um die Anzeichen für sexuellen Missbrauch schneller zu erkennen und dementsprechend zu reagieren.

Prävention als Aufgabe für die Gesellschaft


Mit Materialien und Hintergrundinformationen will "Schützt endlich unsere Kinder" zu Aufklärung und damit zum Schutz von Kindern im Internet beitragen. "Kinder und Jugendliche brauchen Menschen, die sie auf mögliche Risiken bei der Nutzung des Internets aufmerksam machen, die ihnen sagen, wie Täter oder Täterinnen vorgehen und wie sie sich am besten schützen können", so die Diplom-Psychologin und Vorsitzende von "Innocence in Danger", Julia von Weiler. "Über sexuellen Missbrauch zu sprechen, ist immer noch ein großes Tabu. Scham und Schuldgefühle lassen die Betroffenen oftmals schweigen. Doch es ist ganz wichtig, den Betroffenen zu verdeutlichen, dass sexuelle Übergriffe nicht die Schuld der Opfer sind", sagt sie in der Pressemitteilung.

Prävention sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der Erziehungsberechtigte, pädagogische Fachkräfte sowie Kinder und Jugendliche mitarbeiten müssten, um nachhaltige Erfolge zu erzielen, heißt es auf der Internetseite. Dafür sei allerdings ein "Prozess der Auseinandersetzung" nötig.

"Innocence in Danger" und "RTL 2" hatten bereits 2010 für die TV-Serie "Tatort Internet" zusammengearbeitet, um gegen sexuellen Missbrauch im Internet vorzugehen. In der Serie ließen sich angebliche Minderjährige in Internet-Foren auf Verabredungswünsche erwachsener Männer ein. Bei einem Treffen vor laufender Kamera wurden die vermeintlichen Verbrecher gestellt. Diese Vorgehensweise sorgte für etliche Kritik: "RTL2" stelle mutmaßliche Täter an den öffentlichen Pranger, bevor polizeilich gegen sie ermittelt werde, bewertete die hessische Landesmedienanstalt das Format.

Kurzfilme und Arbeitsblätter sollen Erwachsene informieren

Eltern und Erwachsene finden auf der Internetseite "schuetzt-endlich-unsere-kinder.de" Informationen zum sicheren Surfen im Internet, Arbeitsblätter für den Einsatz im Unterricht oder Kurzfilme. Die Filme zu Themen wie Kontaktanbahnung im Netz oder sicherem Chatten gibt es auf DVD, sie lassen sich aber auch von der Internetseite herunterladen. Arbeitsblätter für Lehrer und pädagogische Fachkräfte sowie Schülermaterialien können ergänzend im Unterricht eingesetzt werden.  Der 28-seitige Ratgeber mit Informationen zum Thema sexueller Missbrauch und Kinderpornografie im Netz steht als pdf zur Verfügung.

"Innocence in Danger" ist eine weltweite Bewegung gegen sexuellen Missbrauch von Kindern. Sie wurde 1999 in Paris gegründet. Es gibt Büros in Frankreich, der Schweiz, den USA, Kolumbien, Marokko, Großbritannien und Aktionsgruppen in weiteren 21 Ländern. 2003 nahm die deutsche Fraktion von  "Innocence in Danger" die inhaltliche Arbeit auf. Präsidentin ist Stephanie zu Guttenberg. (pro)

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