Gesellschaft | 24.03.2012

Im Wappen von Mexiko spiegeln sich Kampf und Unterdrückung.
Foto: Wikipedia |

Drogenkriminalität und Religionsfreiheit sind die Themen der Lateinamerika-Reise des Papstes..
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Christenverfolgung in Lateinamerika

Papst Benedikt besucht an diesem Wochenende Mexiko. Seine Reise bewegt auch die deutschen Medien. Der Journalist Paul Badde erinnert in der "Welt" an die Gewalt, die Christen dort in der Vergangenheit erlebten. "Die schlimmsten Christenverfolgungen der letzten Jahrhunderte fanden nicht in islamischen oder hinduistischen Ländern statt, sondern in christlichen Nationen ", schreibt der Historiker in dem Leitartikel "Diese rasende Gewalt".

Laut Umfragen "genießt die Kirche in der mexikanischen Gesellschaft ein höheres Ansehen als jede andere Institution", berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung"(FAZ). Welt-Redakteur Badde schaut zurück auf die blutige Geschichte eines Landes, das von "fanatischen Atheisten und despotischen Agnostikern" regiert wurde. Diese hatten unter anderem religiöse Feiern verboten und Kirchengüter verstaatlicht. Mehr Anschauung für systematische Verfolgung der Christen und ihres Kultes in dem erzkatholischen Land könne kaum eine andere Nation bieten – lange vor dem Wüten der Bolschweiken oder Nazis in Europa, schreibt der katholische Journalist. Auch heute noch gehören 87 Prozent der Mexikaner der katholischen Kirche an. Die Protestanten sind mit 7, 5 Prozent der Bevölkerung eine Minderheit.

Bereits auf dem Flug nach Mexiko hatte der Papst die Verantwortung der katholischen Kirche angesichts der sozialen Probleme Lateinamerikas betont. "Die Kirche steht immer auf der Seite der Freiheit, der Freiheit des Gewissens und der Religion", erklärte er vor Journalisten. Ein weiteres Thema der Reise ist der Krieg zwischen Drogenbanden, dem Tausende Menschen bereits zum Opfer gefallen sind. "Wir müssen alles tun, dieses zerstörerische Böse zu bekämpfen, das sich gegen die Menschheit und die Jugend richtet", sagte Benedikt.

Religionsfreiheit "Reifebarometer der Gesellschaft"


Am Montag wird Benedikt als zweiter Papst das kommunistische Kuba besuchen. Im Vorfeld hatte er die marxistische Ideologie der kubanischen Führung als "realitätsfern" bezeichnet. Die Kirche wolle dabei mithelfen, geduldig an neuen gesellschaftlichen Modellen zu arbeiten. Diese bräuchten aber Zeit.

Wie die "Welt" berichtet, will Benedikt in Kuba einen Akzent setzen, in dem er auf den Hügel Cubilete pilgert, wo das Christkönigs-Heiligtum an den Aufstand der Christen gegen das atheistische Regime erinnert.  Diese "kämpften nicht für die katholische Kirche, sondern für die Religionsfreiheit, und starben auch dafür!", schreibt Badde. Es sei diese Freiheit, die Benedikt, XVI., in Mexiko wie in Kuba unermüdlich zum Reifebarometer aller zivilen Gesellschaften beschwören werde, bis hin zum Irak und Ägypten. (pro)


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