Gesellschaft | 22.04.2012

Viele Rituale der Mormonen erinnern an die christlicher Kirchen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hat diese Religion genauer beleuchtet
Foto: More Good Foundation (CC-BY-NC) |

Porträt der Mormonen in der FAS

Der Amerikaner Mitt Romney gilt als aussichtsreichster Kandidat der Republikaner, bei der Präsidentschaftswahl im Herbst gegen Präsident Barack Obama anzutreten. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAS) nimmt dies zum Anlass, die "Kirche der Heiligen der Letzten Tage", die "Mormonen", ausführlich zu beleuchten.

Gegründet wurde die Kirche im Jahr 1830 von Joseph Smith. Er soll Besuch von einem Engel bekommen haben, der ihm verborgene Platten zeigte, auf denen ein "verlorenes Evangelium" eingraviert war, berichtet die Zeitung in einem Themenschwerpunkt auf zwei Seiten. Heute seien sechs Millionen Amerikaner Mitglieder der mormonischen Kirche, deren Zentrum in Utah liegt.

Derzeit prominentester Vertreter der Religionsgemeinschaft, die an vielen Punkten zunächst dem Christentum zu ähneln scheint, ist Mitt Romney. Er ist ehemaliger Gouverneur von Massachusetts und reicher Unternehmer.

Die FAS-Autorinnen Nina Rehfeld und Melanie Amann besuchten die mormonische Brigham-Young-Universität in Provo, Utah. Die Mormonen verstünden sich als "verlorener Stamm Israels in Amerika", berichten sie. "Sie sind als sauberes, fleißiges und ehrgeiziges Völkchen bekannt, das sich Alkohol, Zigaretten und andere Stimulanzien versagt." Ihre Religion gelte als modern und optimistisch und werde für ihren karitativen Einsatz respektiert.

Park Romney, Cousin des Präsidentschaftskandidaten, war 40 Jahre lang Mitglied der  Religionsgemeinschaft, sei aber ausgetreten und habe ein kritisches Buch namens "Apostasy of High Priest" geschrieben. "Mormonismus sei "sozial gefährlich", kritisiert Romney. Die Kirche unterminiere kritisches Denken. "Hilter kam mit der Duldung einer christlichen Gesellschaft an die Macht, deren Mitglieder ihre menschliche Verantwortung, unbequeme Fragen zu stellen, abgegeben haben", sagt der 56-jährige Romney, der denselben Großvater hat wie Mitt Romney.

Die Mormonen hätten sich der Errichtung des Königreiches Gottes auf Erden verschrieben und betrieben die Taufe von Verstorbenen, heißt es im Artikel. "Noch immer wird hier Esoterisches wie klandestine Handzeichen und die Vergabe von geheimen Codenamen für den Eingang ins Paradies praktiziert." Der Gründer Smith schrieb früher Polygamie vor. Heute ist die bei den Mormonen verboten. Er wurde 1844 verhaftet und im Gefängnis von einem Lynchmob erschossen.

"Sie bloggen, simsen und twittern"

Außerdem porträtiert die Zeitung zwei junge Männer, die für das Mormomentum in Deutschland werben. Ihre Vornamen nennen sie nicht, sondern lassen sich nur als "Elder" (Kirchenältester) anreden. Für zwei Jahre sind Elder Forsyth und Elder Devonas in Deutschland unterwegs, um von morgens 6:30 bis 22:30 Uhr in den Fußgängerzonen der Städte ihre Mission zu erfüllen.

"Wir möchten mit Ihnen über unsere Kirche reden", sagen sie zu den Passanten. "Wir wollen Sie fragen, ob Sie gläubig sind", ganz so wie christliche Missionare. Auch ihre Botschaft klingt ähnlich: Es gehe darum, "alle Freuden" zu erleben, von denen man nur träumt, doch die könne man nur von Gott selbst bekommen. Die Mormonen seien sehr aktiv im Internet unterwegs, heißt es im Artikel. "Sie bloggen, simsen und twittern."

Auch der Präsidentschaftskandidat Mitt Romney leistete einen derartigen zweijährigen Dienst in Frankreich ab. Er habe zwischen 10 und 20 "Bekehrungen" erreicht, doch es sei hartes Brot gewesen, berichtet er heute. "Es ist ganz schön schwierig, nach Bordeaux zu gehen und den Leuten zu sagen: Schwört eurem Wein ab, ich habe eine tolle Religion für euch." (pro)

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