Gesellschaft | 21.09.2013

Der "Marsch für das Leben" zieht am Potsdamer Platz vorbei
Foto: Tobias-Benjamin Ottmar |

Über 4.500 Abtreibungsgegner beim „Marsch für das Leben“

Über 4.500 Aktivisten haben am Samstag in Berlin gegen Abtreibung und aktive Sterbehilfe demonstriert. Linke Gruppen hielten Gegenveranstaltungen ab. Während Papst Franziskus die „Lebensschützer“ unterstützte, gab es aus der evangelischen Landeskirche auch deutliche Kritik.

Der „Marsch für das Leben“ begann mit einer Kundgebung am Bundeskanzleramt, an die sich ein Schweigemarsch durch die Stadt anschloss. Parallel demonstrierten am Brandenburger Tor nach Angaben der Berliner Morgenpost rund 200 Menschen für „sexuelle Selbstbestimmung und gegen Bevormundung von Frauen“. Linke Organisationen, darunter feministisch und homosexuell orientierte Vereine, hatten wie in den Vorjahren zu Gegenveranstaltungen eingeladen. In linksextremistischen Internetforen wurde zu Störungen gegen den „Marsch für das Leben“ aufgerufen. In den vergangenen Jahren war es teilweise zu Handgreiflichkeiten gekommen, als Gegendemonstranten weiße Holzkreuze, die die Teilnehmer des Marsches trugen, in die Spree warfen.

Veranstalter des Kundgebung für Lebensschutz ist der Bundesverband Lebensrecht unter Vorsitz des Katholiken Martin Lohmann. „Die Pro-Life-Bewegung in Deutschland ist im Aufbruch“, erklärte er im Vorfeld gegenüber der Presse. „Seit Jahren steigen die Teilnehmerzahlen. Auch und gerade unter jüngeren Menschen wächst die Sensibilität für das Leben.“ Die Kritik des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD), der die Initiatoren des Marsches als „religiöse Fundamentalisten“ beschimpft hatten, wies Lohmann zurück. Die sexuelle Orientierung spiele bei der Kundgebung keine Rolle.

Streit um Abschlussgottesdienst

In den vergangenen Jahren endete der „Marsch für das Leben“ mit einem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen St. Hedwigs-Kathedrale. Da diese wegen eines anderen Termins dieses Jahr belegt ist, wollten die Lebensschützer in den Berliner Dom ausweichen. Das Domkirchenkollegium schob dem jedoch einen Riegel vor: Das Gremium betrachte es als höchst problematisch, „die ausgesprochen sensiblen und komplexen Themen menschlicher Existenz, die in der Erwägung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch oder der Anwendung der Präimplantationsdiagnostik angesprochen sind, zum Gegenstand einer Aktion mit dem Namen ‚Marsch für das Leben‘ zu machen“. Nach mehrfachen Debatten habe man sich deshalb dagegen entschieden, den Berliner Dom für den Gottesdienst zur Verfügung zu stellen, teilten die Vorsitzende des Kollegiums, Irmgard Schwaetzer, und die Dompredigerin Petra Zimmermann in einem Schreiben an den Bundesverband Lebensrecht mit. Der „Marsch für das Leben“ endet daher in diesem Jahr mit einem Freiluftgottesdienst.

Prominente Unterstützung aus Rom

Papst Franziskus bekundete seine Unterstützung für den „Marsch für das Leben“ in einem Brief an Lohmann. Der „Heilige Vater bedanke sich für den tatkräftigen Einsatz für den Schutz des Lebens in Deutschland“. Weiter heißt es in dem Schreiben: „Gerne verbindet sich Seine Heiligkeit mit den Teilnehmern am Marsch für das Leben im Gebet und bittet Gott, alle Bemühungen zur Förderung des uneingeschränkten Schutzes des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen mit seinem Segen zu begleiten.“

Auch der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, zeigte bereits im Vorfeld seine Unterstützung für die Kundgebung in Berlin. „Weil Gott der Schöpfer allen Lebens ist, kommt jedem Menschen eine unantastbare Würde zu, unabhängig von seiner Leistungsfähigkeit oder dem Wert, den er für andere hat“, erklärte er.

Neben zahlreichen Würdenträgern aus der katholischen Kirche führen die Veranstalter auch evangelische Amtsträger als Unterstützer auf – darunter Jans-Jörg Voigt, Bischof der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Ansgar Hörsting, Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden sowie Horst Marquardt,  Vorsitzender des Kongresses christlicher Führungskräfte.

Zum Vorstand des Bundesverbands Lebensrecht gehören auch die Vorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“, Mechthild Löhr, sowie der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb. (pro)

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