Weltweit | 25.06.2014

Ein Nigerianer wurde zwangsweise in eine psychiatrische Klink gesteckt, weil er nicht an Gott glaubt. Über Twitter macht er auf seine Situation aufmerksam

Ein Nigerianer wurde zwangsweise in eine psychiatrische Klink gesteckt, weil er nicht an Gott glaubt. Über Twitter macht er auf seine Situation aufmerksam
Foto: Twitter / Mubarak Bala

Nigeria: Wegen Atheismus in Psychiatrie

In Nigeria ist ein Mann in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden, angeblich deswegen, weil er Atheist ist. Auf Twitter berichtet er aus der Anstalt.

In Kano, der viertgrößten Stadt Nigerias, wurde offenbar ein 29-jähriger Mann zwangsweise in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, weil er sich selbst als Atheist bezeichnet. Mubarak Bala, ein studierter Chemieingenieur, werde im „Aminu Kano Teaching Hospital“ festgehalten, wie er am Samstag selbst auf Twitter mitteilte. Weil er mehrere Handys mit ins Krankenhaus schmuggelte, konnte er auf seine Situation aufmerksam machen. Einem Anwalt sei der Zugang aber verwehrt worden.

Die humanistische Menschenrechtsorganisation „International Humanist and Ethical Union“ (IHEU) machte gestern auf den Fall, über den mehrere Medien wie die BBC oder der Spiegel berichten, aufmerksam. Ein Sprecher der IHEU sagte der BBC, die Gruppe mache sich große Sorgen über den Gesundheitszustand Balas und fordere die sofortige Entlassung. Doch vor allem der Vater von Bala beharre auf eine weitere „Behandlung“.

„Atheismus Nebenwirkung von Persönlichkeitsstörung“

Bala hatte kürzlich seinen Verwandten erklärt, dass er nicht an Gott glaube. Daraufhin hätten diese einen Arzt beauftragt, um zu untersuchen, ob Bala geisteskrank sein. Der Mediziner stellte fest, Balas Unglaube sei nur eine Nebenwirkung einer Persönlichkeitsstörung.

Sein Bruder habe ihm eine Spritze gegeben, er sei 30 Stunden später in einem Krankenbett aufgewacht und werde nun zwangsmedikamentiert, berichtet Bala. Ein Psychiater des Krankenhauses habe ihm gesagt, dass jeder einen Gott brauche. Bala bekomme Medikamente, „um wieder normal zu werden“.

Bala hat seit seiner Zwangseinweisung viele Twittermeldungen veröffentlicht und dafür weltweite Aufmerksamkeit bekommen. Er erzählt, dass er mit „Psychos“ und „halb-gebildeten Betreuern“ eingeschlossen sei. Außerdem ruft er dazu auf, Menschenrechtsorganisationen zu kontaktieren und einen Anwalt in die Anstalt zu schicken.

Auf der Internetseite www.change.org können Unterstützer von Bala eine Petition „unterschreiben“. Ziel der von einem Briten gestarteten Petition sind 2.500 Unterschriften. Bislang haben schon über 2.300 Personen für Bala unterschrieben.

In Kano sind Christen und Konfessionslose eine Minderheit. Fast alle 2,4 Millionen Bewohner sind sunnitische Muslime. (pro)

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