Kirche | 07.08.2014

ZdK-Präsident Glück spricht im Stern-Interview über Sterbehilfe

ZdK-Präsident Glück spricht im Stern-Interview über Sterbehilfe
Foto: ZdK/Plesker

ZdK-Präsident: Organisierte Sterbehilfe ist unverantwortlich

Gegen Sterbehilfe bei Todkranken spricht sich Alois Glück, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), in der aktueller Ausgabe des Magazins Stern aus. Denn daraus entstehe Druck auf Menschen, die lange Zeit Unterstüzung bräuchten.

Der Kirchenmann spricht sich in der Diskussion, in welcher Form Sterbehilfe erlaubt sein soll, grundsätzlich gegen sie aus, „weil gesetzliche Regelungen gesellschaftliche Werte prägen“. Sonst entstehe „ein unverantwortlicher Druck“ auf Menschen, die unter Umständen über lange Zeit hinweg Unterstützung bräuchten.

Was ist „nicht lebenswert“?

Glück kontert auf die Frage des Sterns, ob er jede Form von Existenz „lebenswert“ halte: „Was ist ‚nicht lebenswert‘? Wenn wir uns gesellschaftlich und politisch auf eine Unterscheidung zwischen ‚lebenswert‘ und ‚nicht lebenswert‘ einlassen, begeben wir uns auf eine gefährliche Rutschbahn ohne Halt.“

Der ZdK-Präsident sagt, bevor sich der Bundestag mit der Sterbehilfe befasse, müsse er sich mit rechtlichen und finanziellen Bedingungen der Palliativmedizin auseinandersetzen. Glücks Meinung nach werde nicht alles Mögliche getan, um den Bürgern die verfügbaren Angebote der Palliativmedizin und Sterbebegleitung an ihrem Lebensort – egal ob zu Hause, im Krankenhaus oder in einem Hopiz – nahezubringen. Aus diesem Grund sei es auch nicht damit getan, „in einer normativen Debatte die organisierte Sterbehilfe zu verbieten“. Wegen dieser Defizite müssten viel mehr Menschen als nötig in Deutschland leiden.

„Nicht bewerten“ wollte Glück die Haltung des EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider zur Sterbehilfe. Schneiders Frau Anne ist an Krebs erkrankt. Aus Liebe stünde er ihr auch bei, wenn sie Sterbehilfe in der Schweiz in Anspruch nehmen würde, hatte der EKD-Mann öffentlich gemacht. Er fügte jedoch an: „Aber ich würde alles versuchen, Anne für einen anderen Weg zu gewinnen.“ (pro)

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