Kirche | 19.02.2016

Flüchtling in Kirche: Sie nimmt Partei für die Schwächsten in der Gesellschaft

Flüchtling in Kirche: Sie nimmt Partei für die Schwächsten in der Gesellschaft
Foto: Montecruz Foto | CC BY-SA 2.0

Kirchen als Korrektiv gegen Verrohung der Gesellschaft

Die Volkskirchen halten in der Flüchtlingsfrage an der Politik Angela Merkels fest und sind gegen eine Aufnahme-Obergrenze. Sie müssten auch herrschendes Recht respektieren, schreibt Matthias Kamann in der Tageszeitung Die Welt. Er sieht die Kirchen aber als unverzichtbares Korrektiv gegen die Verrohung der Gesellschaft.

In der Flüchtlingsfrage orientieren sich die Katholische und Evangelische Kirche an der Politik von Kanzlerin Angela Merkel mit dem Credo „Wir schaffen das“. Zahlreiche Christen engagieren sich zudem mit Hilfsprojekten für Flüchtlinge, Mitarbeiter von Diakonie und Caritas leisten Überstunden. Gleichzeitig fordern zahlreiche Stimmen in der deutschen Gesellschaft und Politik eine Obergrenze bei der Aufnahme von Flüchtlingen.

Der Journalist Matthias Kamann schreibt in seinem Leitartikel in der Tageszeitung Die Welt, die Kirchen könnten durch ihren Einsatz die gesellschaftliche Leistungsfähigkeit in der Flüchtlingsfrage realistisch beurteilen. Wer nach einem Ende des Flüchtlingsstroms rufe, „der sollte zunächst einen realistischen Blick auf die Leistungsfähigkeit derer werfen, die sich aufopferungsvoll um Flüchtlinge kümmern und glauben, dass sie das schaffen“.

Kirchen als unverzichtbarer Teil eines Ganzes

Deswegen findet Kamann Aussagen wie die von der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry absurd, die „die Position der Kirche in der Flüchtlingspolitik für verlogen“ hält. Die Kirchen seien Kamann zufolge als ein Korrektiv gegenüber der These zu sehen, dass die Flüchtlingskrise nicht zu bewältigen sei.

Die Kirchen neigten aber gleichzeitig dazu, „in ihrem ethischen, an sich richtigen Universalismus [...], dem Staat seine genauso richtige Eigenlogik abzusprechen, sein Recht und seine Pflicht zur Sicherung und notfalls Schließung der Grenzen“, schreibt Kamann. Auch sie müssten akzeptieren, wenn eine europäische Lösung nicht möglich sei und es ein anderes rechtliches Vorgehen in der Flüchtlingsfrage gebe. Denn die Kirchen seien ein unverzichtbarer Teil von einem Ganzen.

Kamann sieht sie als „ein unverzichtbares Korrektiv gegen eine Verrohung der Gesellschaft“. Sie nähmen Partei für die Schwächsten und müssten deren Zurückweisung kritisieren. (pro)

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Goggle+ anmelden um zu kommentieren oder ohne Anmeldung als Gast einen Kommentar abgeben. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. . Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus
Anzeigen