Kirche | 03.11.2014

Wolfgang Huber will ärztliche Suizidbeihilfe nicht erlaubt sehen

Wolfgang Huber will ärztliche Suizidbeihilfe nicht erlaubt sehen
Foto: pro

Huber lehnt ärztliche Suizidbeihilfe ab

Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, hat sich gegen eine Freigabe ärztlicher Suizidbeihilfe ausgesprochen. Er fürchtet einen Dammbruch.

Schwache, kranke oder alte Menschen müssten in der Gewissheit leben können, ihr Dasein sei ebenso wertvoll wie das anderer, schreibt Huber in der Montagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Deshalb werde vorrangig Hospizarbeit und Palliativpflege benötigt. Die Forderung nach ärztlicher Suizidbeihilfe hingegen führe zur Auflösung der staatlichen Schutzpflicht für das Leben. „Aus keiner Art der Beeinträchtigung kann und darf eine Einschränkung des Lebensrechts abgeleitet werden“, schreibt Huber, und warnt: „Der Schritt von der ärztlichen Assistenz beim Suizid zur ärztlichen Tötung auf Verlangen ist nicht groß.“ Die öffentliche Meinung unterscheide schon jetzt kaum zwischen beidem.

Zugleich dürfe sich ärztliches Handeln aber auch nicht von einem „therapeutischen Übereifer“ leiten lassen. Ärzte seien aufgerufen, nur solche Maßnahmen vorzunehmen, die dringlich und medizinisch indiziert seien. „Wäre das gewährleistet, dann würde es auch um den assistierten Suizid stiller“, ist Huber überzeugt. Deshalb müsse geklärt werden, wann Mediziner das Sterben zulassen dürften. Die Debatte um den assistierten Suizid, der im Gegensatz dazu den Tod direkt herbeiführt, führe in die falsche Richtung. Stattdessen müsse das ärztliche und pflegerische Handeln in der Endphase unheilbarer Krankheiten zum Thema werden.

 

Der Fall Brittany Maynard

Wer für den Suizid eintrete, schlage die Gabe des Lebens aus. Es sei Aufgabe der Glaubenden, diese Überzeugung in die Gesellschaft hineinzutragen, erklärt Huber.

Bei der ärztlichen Suizidbeihilfe stellen Mediziner Patienten Medikamente zur Selbsttötung zur Verfügung. Das Mittel wird aber von den Erkrankten eigenständig eingenommen. So geschehen ist dies am vergangenen Samstag im Fall der Amerikanerin Brittany Maynard. Die an einem Hirntumor Erkrankte hatte sich vor ihrem Tod öffentlich für die Freigabe dieser Form der Sterbehilfe eingesetzt und weltweite Debatten ausgelöst. Auch der Deutsche Bundestag beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit dem Thema. Am 13. November findet eine erste Orientierungsdebatte im Plenum statt. (pro)

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