Wirtschaft | 06.10.2014

Der Unternehmer Heinz-Horst Deichmann ist privat Mitglied einer freikirchlichen Brüdergemeinde

Der Unternehmer Heinz-Horst Deichmann ist privat Mitglied einer freikirchlichen Brüdergemeinde
Foto: pro

Deichmanns letztes Interview: „Meine Träume sind erfüllt“

Anlässlich des Todes von Heinz-Horst Deichmann veröffentlicht pro noch einmal sein letztes Interview. Darin spricht er mit Redakteurin Martina Schubert über Sterbehilfe und Gottes Plan für sein Leben.

pro: Diesen Herbst will sich der Bundestag mit dem Thema Sterbehilfe befassen – welche Meinung haben Sie zu organisierter Sterbehilfe?

Heinz-Horst Deichmann: Gott ist der Herr über unser Leben, vom Beginn bis zum Ende. Das sollten wir nicht vergessen. Es ist nicht unsere Aufgabe, Leben zu beenden.

Sicher gibt es aber Situationen, in denen man nicht mehr alles tun muss, was medizinisch möglich ist, um Leben noch zu verlängern. Ich kann nur jedem empfehlen, für diesen Fall seinen Willen schriftlich festzuhalten, damit die behandelnden Ärzte wissen, was der Wille des Patienten ist. Das ist aber ein anderes Thema und hat nichts mit organisierter Sterbehilfe zu tun.

Sie haben in einem Interview gesagt: „In Deutschland ist die Moral abhanden gekommen. Das alte Gebot ‚Liebe Deinen Nächsten‘ wird zu wenig gelebt.“ Was kann jeder dafür tun, dass die Moral wiederkehrt?

Die Liebe zum Nächsten wird gespeist durch die Liebe, die Gott uns erweist und die wir weitergeben sollen. Ich kann also nur jedem raten, sich mit seinem Leben dem Einfluss Gottes auszusetzen und seinen Maßstäben Raum zu geben. Ob dann die Moral wiederkehrt, weiß ich nicht. Aber sicher wird dann Gottes Wirken in dieser Welt ein bisschen spürbarer. Denn er will ja durch uns handeln.

Der Papst sehnt sich nach einer Gemeinschaft aller Christen und hofft, dass Christen verschiedener Richtungen Gemeinschaft haben können. Wie stehen Sie als Freikirchler zur Ökumene?

Wenn es darum geht, dass Christen aus verschiedenen kirchlichen Traditionen Gemeinschaft miteinander haben, gemeinsam beten, arbeiten und die Gute Nachricht der Bibel weitersagen, dann bin ich gerne dabei. Entscheidend ist, das Jesus Christus dabei im Mittelpunkt steht.

Durch die Begegnung mit dem Werk des Schweizer Theologen Karl Barth, dem „Kirchenvater des 20. Jahrhunderts“, haben Sie „den Gedanken der Freiheit und der Liebe“ als Zentrum ihres Glaubens entdeckt. Wie hat Sie Karl Barth – gerade in der Nachkriegssituation – persönlich geprägt?

Wenn man in einer Diktatur groß wird und erlebt, zu welchen schrecklichen Konsequenzen ein gottloses tyrannisches System führt, dann lernt man das Geschenk der Freiheit besonders schätzen. Barth hat mir deutlich gemacht, dass auch das Verhältnis zu meinem Gott von Freiheit und Freiwilligkeit geprägt ist. Gott selber ist es, der uns aus freien Stücken zu sich ruft und wir dürfen in aller Freiheit darauf antworten. Das ist keine Leistung auf die wir stolz sein können, sondern eine Gnade, die wir dankbar annehmen dürfen. Das sollte uns auch demütig in unserem Auftreten machen.

Wie erleben Sie das Wirken Jesu Christi in ihrem Leben?

Er hat mich berufen und zu einem sinnvollen Leben befreit. Er hat mir Gaben und Möglichkeiten geschenkt und mir gleichzeitig Verantwortung und Aufgaben übertragen. Ich habe versucht, seinem Willen Raum zu geben in meinem Umfeld. Wo es nicht gelungen ist, da durfte und darf ich mit seiner Vergebung rechnen.

Am Dienstag feiern Sie Ihren 88. Geburtstag. Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?

Meine Träume sind erfüllt.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Martina Schubert. (pro)

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