Gesellschaft | 27.02.2015

Der Hirnforscher Manfred Spreng erklärte, warum das Geschlecht auch im Gehirn verankert ist

Der Hirnforscher Manfred Spreng erklärte, warum das Geschlecht auch im Gehirn verankert ist
Foto: pro / Lutz

„Gender-Mainstreaming ignoriert medizinische Erkenntnisse“

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind im Gehirn verankert. Das erklärte der Hirnforscher Manfred Spreng beim Kongress christlicher Führungskräfte in Hamburg. Spreng sprach sich damit gegen Gender Mainstreaming aus.

Genderismus oder Gender Mainstreaming ziele nicht nur auf Gleichberechtigung der Geschlechter, sondern auf Gleichstellung, sagte der Hirnforscher Manfred Spreng. Spreng ist seit 1978 Universitätsprofessor und Leiter der Abteilung Physiologische Akustik und Informatik am Institut für Physiologie und Biokybernetik der Universität Erlangen-Nürnberg. Viele Gender-Vertreter behaupteten, die Geschlechterrollen richteten sich nicht nach dem biologischen Geschlecht. Dass das falsch sei, erklärte Spreng in seinem Vortrag über die neurophysiologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau.

Die eigentlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern lägen demnach in den Gehirnen, sagte Spreng. Das zeige sich zum Beispiel im Zwischenhirn. Das „präoptische Areal“ sei beim Mann doppelt so groß ausgebildet wie bei der Frau. Das Areal ist für Tiefschlaf-Perioden mitverantwortlich. Die kleinere Ausbildung dieses Bereichs bei den Frauen bedeute, dass Frauen oft lebenslang Probleme mit erholsamen Tiefschlaf hätten, Männer hätten dieses Problem seltener. Frauen seien dadurch zudem anfälliger für Depressionen als Männer. 25 Prozent der Frauen seien davon betroffen, bei den Männern seien es nur 12 Prozent.

Spreng: Ergänzung statt Kampfansage

Auch der emotionale Bereich des Gehirns von Mann und Frau sei unterschiedlich konzipiert. Frauen litten doppelt so häufig an Angststörungen wie Männer. Bei einem emotionalen Ereignis speicherten sie zudem oft die Details, Männer eher die größeren Zusammenhänge. Dagegen seien Frauen eher multitasking-fähig. Zudem könnten sie Signale rascher erkennen als Männer und orientierten sich oft nach Merkpunkten.

Spreng empfahl deshalb, bei der Kindererziehung mögliche männliche und weibliche Stärken besser zu integrieren. Die Ergebnisse aus der Hirnforschung zeigten zudem, dass sich Männer und Frauen aufgrund des unterschiedlich aufgebauten Gehirns physiologisch gesehen eigentlich nie vollständig verstehen könnten. „Schon die Farbwahrnehmung ist bei der Frau anders“, sagte Spreng. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau sollten aber nicht als Kampfansage, sondern als Ergänzung wahrgenommen werden.

Gender-Mainstreaming ignoriere diese biologisch-medizinischen Erkenntnisse der Hirnforschung. Das führe letztendlich zu gesundheitlichen Einschränkungen wie zum Beispiel Depressionen. Eine Zwangsangleichung der Geschlechter sei mit einem Identitätsverlust verbunden, sagte Spreng. (pro)

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