Gesellschaft | 29.02.2016

Die Grünen nutzten ein Bild des Accounts „Hirschbambule”, um die „Demo für alle” zu kritisieren. Später entschuldigte sich die Fraktion

Die Grünen nutzten ein Bild des Accounts „Hirschbambule”, um die „Demo für alle” zu kritisieren. Später entschuldigte sich die Fraktion
Foto: Screenshot: pro

Die „Demo für alle” in Stuttgart: Am Sonntag demonstrierten rund 4.500 Menschen in Stuttgart (Archivbild)

Die „Demo für alle” in Stuttgart: Am Sonntag demonstrierten rund 4.500 Menschen in Stuttgart (Archivbild)
Foto: Sobel Karolina

„Demo für alle“: Grüne twitterten gefälschtes Foto

Rund 4.500 Menschen haben am Sonntag in Stuttgart für die traditionelle Ehe und gegen zu frühen Sexualkundeunterricht demonstriert. Die baden-württembergische Landtagsfraktion der Grünen sorgte mit dem Link auf eine Fotomontage für Diskussionen.

Nach Angaben des Aktionsbündnisses „Demo für alle“ beteiligten sich rund 4.500 Menschen an einem Protestmarsch gegen den baden-württembergischen Bildungsplan, der nach Ansicht seiner Gegner zu frühen und zu detailreichen Sexualkundeunterricht in Schulen vorsieht sowie Akzeptanz für „sexuelle Vielfalt“ fordert. Wie bei den vergangenen Demonstrationen mussten die überwiegend bürgerlich-konservativen Demonstranten von einem massiven Polizeiaufgebot vor teilweise gewaltbereiten Gegendemonstranten meist aus dem linken Spektrum geschützt werden. Im Polizeibericht heißt es: „Während des Nachmittags hatten Personen drei Busse, in denen die Demonstrationsteilnehmer der „Demo für alle“ nach Stuttgart gekommen waren, mit Steinen beworfen.“

Ein Redner auf der Kundgebung war Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz. „Wir brauchen eine Bildungsoffensive für Ehe und Familie, für die Übernahme nachhaltiger Verantwortung für die künftigen Generationen, also ein Ja zu Kindern“, sagte er. Die „Demo für alle“ stehe für eine demokratische, rechtsstaatliche und transparente Politik und unter anderem „für den Schutz von Ehe und Familie, und zwar nicht uminterpretiert, sondern wie seit Tausenden von Jahren geklärt, als die lebenslange öffentlich geschlossene Liebes- und Treuegemeinschaft zwischen einer Frau und einem Mann. Und für Familie als eheliche Gemeinschaft mit Kindern.“

Grüne Landtagsfraktion twittert Nazi-Foto

Für Kontroversen sorgte die Landtagsfraktion der Grünen in Baden-Württemberg, die auf Twitter ein Foto verbreitete, das einen glatzköpfigen Mann und Männer mit Militärmützen vor Fahnen mit dem „Demo für alle“-Logo zeigte. Dies seien keine „besorgten Bürger“, sondern sie sähen „besorgniserregend aus“. Als das Bild sich als Fälschung herausstellte, löschten die Grünen den Tweet und entschuldigten sich. „Dass unsere eigene Medienkompetenz versagt hat, ärgert uns selbst am meisten“, ließ die Fraktion verlauten, und: „Wir haben diese Montage nicht gemacht und halten das auch nicht für den richtigen Weg einer politischen Auseinandersetzung.“

Das Bild war ursprünglich von dem Twitter-Account „Hirschbambule“ hochgeladen worden. In der Selbstbeschreibung des Accounts, „Wir schottern die Hedwig“, wird vermutlich auf die Vorsitzende des Aktionsbündnisses der „Demo für alle“, Hedwig von Beverfoerde, angespielt.

Linksextremisten hatten im November 2015 einen Brandanschlag auf die Geschäftsadresse der „Demo für alle“ verübt, bei dem ein hoher Sachschaden entstanden war und unter anderem ein VW-Bus ausgebrannt war.

Von Beverfoerde sagte am Sonntag auf der „Demo für alle“, die grün-rote Landesregierung Baden-Württembergs strebe eine „Umerziehung der gesamten Gesellschaft“ an und sei im Griff von Ideologen, die die „Gender-Agenda“ rücksichtslos vorantrieben. Weitere Sprecher waren die Journalistin Birgit Kelle und der katholische Weihbischof der Erzdiözese Salzburg, Andreas Laun, sowie der Vizepräsident der „Demo für alle“ in Frankreich, Albéric Dumont. (pro)

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